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Laschet will auf Basis zugehen: Union stürzt in Umfrage ab

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Laschet will auf Basis zugehen: Union stürzt in Umfrage ab

20.04.2021, 19:24 Uhr | dpa

Laschet will auf Basis zugehen: Union stürzt in Umfrage ab. Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Kay Nietfeld/dpa (Quelle: dpa)

Nach dem erbitterten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union will CDU-Chef Armin Laschet auf die Kritiker in den eigenen Reihen zugehen und CSU-Chef Markus Söder eng einbinden. In der ARD kündigte Laschet am Dienstagabend an, in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Kreisverbänden zu suchen, wie er es auch nach seiner Wahl zum CDU-Chef im Januar gemacht habe, als er auf die Lager seiner Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen zugegangen sei. "Das braucht jetzt die CDU."

Sein Ziel sei es immer gewesen, zu versöhnen, zuzuhören und Gegensätze zusammenzubringen. "Und ich glaube, diese Qualität - Menschen in einer Zeit von großen Anspannungen zusammenzubringen - brauchen wir auch in diesem Bundestagswahlkampf", sagte Laschet in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Dabei setze er auch auf Söder: "Er wird eine prägende Figur natürlich in diesem Unionswahlkampf sein. Er hat auch selbst gesagt, er bringt sich da ein", sagte er. "Und persönlich werden wir das auch gemeinsam stemmen."

Laschet hatte sich am Dienstag im Streit um die Kanzlerkandidatur gegen Söder durchgesetzt. Der CSU-Chef rief Laschet zum gemeinsamen Kandidaten der Union aus, nachdem der in der Nacht zuvor im CDU-Bundesvorstand klare Unterstützung erhalten hatte. Begeisterung hat die Nominierung Laschets in der Union allerdings nicht ausgelöst. Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte sprach sogar von einer "Entscheidung gegen die CDU-Basis". Kritiker verweisen vor allem auf die vergleichsweise schlechten Zustimmungswerte für Laschet.

Eine Forsa-Blitzumfrage scheint solche Einschätzungen zu bestätigen. Im RTL/ntv-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts stürzte die Union am Dienstag ab, im Vergleich zur vergangenen Woche verlor sie sieben Prozentpunkte und landete nur noch bei 21 Prozent. Die Grünen schossen um fünf Punkte nach oben und verdrängten mit 28 Prozent die Union von Platz eins. Sie hatten am Montag Co-Parteichefin Annalena Baerbock zur Kanzlerkandatin ausgerufen. Die SPD rutschte um zwei Punkte auf 13 Prozent.

Eine Insa-Blitzumfrage im Auftrag der "Bild" kommt allerdings zu anderen Ergebnissen. Demnach gewinnen die Grünen nach der Kür von Baerbock zur Kanzlerkandidatin lediglich einen Punkt hinzu und kommen nun auf 22 Prozent. Die CDU/CSU muss im Vergleich zum Insa-Meinungstrend vom Montag einen Punkt abgeben und landet bei 27 Prozent. SPD (16 Prozent), AfD (12 Prozent) und Linke (7 Prozent) halten ihre Werte.

Im ZDF beschwor Laschet am Dienstagabend noch einmal die Geschlossenheit der Union. "Ich glaube, dass wir inhaltlich, CDU und CSU, so eng beieinander sind wie lange nicht mehr", sagte er in der Sendung "Was nun...?". Er verwahrte sich erneut gegen den Eindruck, dass der Machtkampf mit Söder die Union gespalten habe. Wenn es zwei Kandidaten gebe und dann abgestimmt werde, sei das keine Spaltung, sagte Laschet. "Das nennt man Demokratie."

Er räumte aber auch ein: "Wir haben uns anstrengende acht bis zehn Tage zugemutet." Im Bundestagswahlkampf setze er auf die Unterstützung Söders und der CSU: "Wir gewinnen das nur zusammen."

Söder hatte Laschet zuvor Rückendeckung gegeben. Er werde den Kandidaten ohne Groll und mit voller Kraft unterstützen, sagte der CSU-Chef in München. "Nur eine geschlossene Union kann am Ende erfolgreich sein." In seinem Dank an seine Unterstützer erwähnte Söder aber auch ausdrücklich die "mutigen Abgeordneten", die in der CDU für ihn das Wort ergriffen hätten, und bedankte sich "bei den Jungen, bei den Modernen, (...) für ihre wirklich überragende Unterstützung".

CSU-Generalsekretär Markus Blume betonte, Söder habe eindrucksvoll bewiesen, welche Zugkraft er für die Union entfalten könne. "Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen." Aber am Ende entscheide in einer Demokratie die Mehrheit.

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