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Missbrauch in Berlin: Opfer von Kentler-Skandal erhalten Entschädigung

Pflegekinder an Straftäter vermittelt  

Missbrauchs-Opfer von Pädophilie-Projekt erhalten Entschädigung

27.04.2021, 13:49 Uhr | dpa

Missbrauch in Berlin: Opfer von Kentler-Skandal erhalten Entschädigung. Schild der Senatsverwaltung für Verwaltung, Bildung, Jugend, Wissenschaft (Archivbild): Ein Sozialpädagoge hatte mit Wissen der Behörden bewusst Pflegekinder an vorbestrafte Sexualstraftäter vermittelt.  (Quelle: imago images/Steinach)

Schild der Senatsverwaltung für Verwaltung, Bildung, Jugend, Wissenschaft (Archivbild): Ein Sozialpädagoge hatte mit Wissen der Behörden bewusst Pflegekinder an vorbestrafte Sexualstraftäter vermittelt. (Quelle: Steinach/imago images)

Es war geduldeter Missbrauch von Pädophilen an Kindern und Jugendlichen: Der sogenannte Kentler-Skandal aus den 60er-Jahren. Nun erhalten zwei frühere Opfer Entschädigungen vom Land Berlin.

Zwei Pädophilie-Opfer der Berliner Kinder-und Jugendhilfe in den 1960er-Jahren, werden für ihr Leid finanziell entschädigt. Das Land Berlin habe sich mit den beiden Betroffenen, die durch das Wirken des ehemaligen Professors für Sozialpädagogik, Helmut Kentler, massive sexualisierte Gewalt erlitten hätten, über substanzielle Leistungen geeinigt, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Dienstag mit. Beide Seiten hätten Stillschweigen über die Vereinbarung beschlossen.

Das Land Berlin übernehme damit die moralische Verantwortung unabhängig von der strafrechtlichen Verjährungsfrist, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). In einem weiteren Forschungsauftrag werde nun der Fokus auf pädophile Netzwerke gerichtet, die sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen akzeptiert und unterstützt hätten.

Nach den Ergebnissen von zwei Forschungsprojekten zur Aufarbeitung des sogenannten Kentler-Skandals hatte der Berliner Sozialpädagoge Helmut Kentler (1928-2008), der bis Mitte der 1970er Jahre in Berlin am Pädagogischen Zentrum als Abteilungsleiter tätig war, Pflegekinder und -jugendliche an vorbestrafte Pädophile vermittelt. Kentler gab die Praxis als "wissenschaftliches Experiment" aus. Wie viele Opfer es überhaupt gibt, ist nach Aussage der Forscher unklar.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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