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Corona macht Hochzeitsbranche in Brandenburg zu schaffen

Potsdam  

Corona macht Hochzeitsbranche in Brandenburg zu schaffen

01.05.2021, 09:12 Uhr | dpa

Corona macht Hochzeitsbranche in Brandenburg zu schaffen. Schaufensterpuppen mit Hochzeitskleidern

Schaufensterpuppen mit Hochzeitskleidern stehen in einem Brautmodengeschäft. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die sinkende Zahl von Hochzeiten in Brandenburg in der Corona-Krise hat negative Auswirkungen auf Handel, Hotels und Hochzeitsplaner. Derzeit sei etwa der Bedarf an Festtagskleidung dramatisch zurückgegangen, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB). Das merkt auch Ivonne Riechert, die in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) seit 2019 das Braut- und Festmodengeschäft "Herzenswünsche" betreibt. "Eine Kundin hatte jüngst in Schleswig-Holstein ihr Kleid gekauft, weil ich geschlossen haben musste", berichtete sie. Mittlerweile dürften Kunden unter Beschränkungen mit medizinischer Maske, Termin und negativem Test wieder in das Geschäft kommen.

Die abgesagten oder verschobenen Hochzeiten machen sich nach Angaben der Händlerin aber bemerkbar. Sie sprach für 2020 von Umsatzeinbußen von etwa 60 Prozent im Vergleich zu 2019, wo sie allerdings erst im Sommer öffnete. Riechert sagte, sie könne die Lieferanten kaum noch vertrösten und müsse die vor Monaten bestellte Ware abnehmen und bezahlen. "Die Überbrückungshilfe vom Staat reicht dafür nicht aus." Trotz der ungewissen Lage hofft die Modehändlerin darauf, dass die Trauungen und Feiern bald nachgeholt werden können. "Der Bedarf an Hochzeitskleidern ist ja da", sagte sie.

Hochzeitsplanerin Sevda Lorenz-Thyrolf aus Potsdam hat 2020 im Vergleich zu 2019 über 50 Prozent weniger Hochzeiten organisiert. Vom Trautermin über die Ringe, Hochzeitskutsche und Location kümmert sie sich um alles. Für die Zeit nach dem Lockdown rechnet Lorenz-Thyrolf aber mit einem Hochzeitsboom. "Wir hätten aber bis dahin gerne eine Planungsgrundlage", sagte die selbstständige Unternehmerin.

Weniger Arbeit hat die Hochzeitsplanerin wegen des Lockdowns nicht. "Es verschiebt sich nur alles nach hinten, statt dass wir die Termine jetzt abarbeiten können", sagte sie. Der Aufwand sei zuletzt wegen Hygienekonzepten und Umbuchungen gestiegen, die Feiern selbst aber kleiner ausgefallen. "Oft melden sich noch Paare, die spontan im kleinsten Kreise heiraten möchten", sagte Lorenz-Thyrolf.

Spontane Hochzeiten im kleinen Kreis gibt es auch immer mal wieder in Oranienburg (Oberhavel). Viele Paare hatten dort ihre Termine abgesagt oder verschoben, wie Stadtsprecherin Nadine Schlitt berichtete. Diese Lücken seien jedoch oft durch heiratswillige Berliner geschlossen worden, die in der Hauptstadt sehr lange auf einen Termin hätten warten müssen. Im Jahr 2020 haben sich in Oranienburg mit 326 Paaren gut zehn Prozent weniger Menschen das Ja-Wort gegeben als 2019. "In diesem Jahr sind es bisher 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum", sagte die Stadtsprecherin.

In Potsdam gab es im vergangenen Jahr mit fast 900 Trauungen rund zwölf Prozent weniger als in den Vorjahren. "Eheschließungen finden auch unter Pandemiebedingungen statt", sagte Stadtsprecherin Juliane Güldner. Derzeit dürften aber nur das Brautpaar, die im gleichen Haushalt lebenden Kinder und ein Fotograf teilnehmen. Alle Personen ab einem Alter von sechs Jahren müssten dabei eine medizinische oder FFP2-Maske tragen.

In Cottbus darf ein Brautpaar zur Zeremonie fünf zusätzliche Gäste mitbringen. "Das sollten vorzugsweise die Eltern und ein Fotograf sein", sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Kinder aus dem eigenen Haushalt zählten nicht mit. 2020 gab es in der Stadt im Vergleich zu 2019 mit 284 insgesamt 33 weniger Eheschließungen.

"Das mag zunächst gering klingen, es hängt aber viel dran", sagte Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Brandenburg. Auf große Hochzeitsfeiern werde nämlich verzichtet und die machten für die Branche bis zu 30 Prozent des Jahresumsatzes aus. Es gebe sogar Gastbetriebe, die sich darauf spezialisiert hätten. Hinzu komme, dass die Terminkalender eigentlich voll seien, die Betriebe nur nicht wüssten, wann sie wieder öffnen dürfen.

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