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Digitalisierungs-Index: Trotz Fortschritts Vorletzter

Berlin  

Digitalisierungs-Index: Trotz Fortschritts Vorletzter

06.05.2021, 06:01 Uhr | dpa

Digitalisierungs-Index: Trotz Fortschritts Vorletzter. Digitale Verwaltung

Zahlreiche Netzwerkkabel stecken in einem Büro-Serverschrank. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Sachsen-Anhalt hinkt bei der Digitalisierung noch immer den meisten anderen Bundesländern hinterher. Im Digital-Index, den das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme am Donnerstag veröffentlichte, liegt Sachsen-Anhalt trotz deutlicher Fortschritte wie schon vor zwei Jahren auf dem vorletzten Platz. Nur in Mecklenburg-Vorpommern sah das Institut die Digitalisierung auf einem noch niedrigeren Stand.

Für den Index schauen sich die Forscherinnen und Forscher unter anderem die Infrastruktur an, Online-Angebote der Kommunen sowie Forschungsförderung und Ausbildungsmöglichkeiten für IT-Fachkräfte. Am weitesten sind demnach die Stadtstaaten Hamburg und Berlin bei der Digitalisierung vorangekommen. Die fünf ostdeutschen Flächenländer belegen hingegen die letzten fünf Ränge - legten dafür aber auch am stärksten zu. Sachsen-Anhalt verzeichnete laut Studie die zweitgrößte Ausbauleistung bei der Versorgung privater Haushalte mit schnellem Internet - schneller war nur Thüringen.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) betonte am Donnerstag die jüngsten Fortschritte Sachsen-Anhalts bei der Digitalisierung. "Der Ausbau digitaler Infrastrukturen kommt in Sachsen-Anhalt mit großen Schritten voran, wir verzeichnen die höchste Ausbau-Dynamik aller Bundesländer", sagte Willingmann der Deutschen Presse-Agentur. Der Minister wies darauf hin, dass die Studie sich etwa beim Breitbandausbau auf Zahlen von 2019 bezieht. "Insofern verfügen die Studienergebnisse nur über begrenzte Aussagekraft", sagte Willingmann. Die FDP sprach hingegen von einer Blamage für die Landesregierung und einem "eklatanten Mangel an Digitalisierung".

Ein starkes Wachstum zeigt sich deutschlandweit in den vergangenen zwei Jahren bei der Anzahl der IT-Beschäftigten. Dem Bericht zufolge nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten IT-Fachkräfte um 13 Prozent zu - gegenüber 3 Prozent Wachstum bei allen Beschäftigten. Auch die Durchschnittsgehälter für IT-Beschäftigte stiegen im Beobachtungszeitraum.

Bei den kommunalen Dienstleistungen gab es zuletzt vor allem bei der Kfz-Anmeldung Fortschritte. Laut Index ist die Online-Anmeldung eines Fahrzeugs inzwischen in fast der Hälfte der für den Bericht untersuchten Kommunen möglich. Zwei Jahre zuvor war das erst in etwas mehr als jeder zehnten Kommune der Fall. Eine Baugenehmigung kann dagegen bis heute nur in vier Prozent der Kommunen online beantragt werden. Das könnte sich nun Einschätzung der Forscher allerdings demnächst ändern: Denn seit Beginn dieses Jahres steht im Landkreis Nordwestmecklenburg ein Online-Bauantrag als volldigitaler Prozess zur Verfügung. Dieser könnte nach dem Prinzip "Einer für Alle" demnächst von anderen Kommunen übernommen werden.

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