Sie sind hier: Home > Regional > Berlin >

Streit um Haus von Patientin: Kauf durch Arzt rechtens

Berlin  

Streit um Haus von Patientin: Kauf durch Arzt rechtens

11.05.2021, 15:46 Uhr | dpa

Streit um Haus von Patientin: Kauf durch Arzt rechtens. Paragrafen-Symbole

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

Ein Berliner Arzt hat das Haus einer langjährigen Patientin gekauft, damit aber laut Gericht nicht gegen die ärztliche Berufsordnung verstoßen. Mit dem Urteil sprach das Berufsgericht für Heilberufe beim Berliner Verwaltungsgericht den Mediziner frei, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Ihm war die Verletzung seiner Berufspflichten vorgeworfen worden. Der Arzt habe das Haus zu einem angemessenen Preis erworben und damit nicht gegen das Verbot unerlaubter Zuwendungen verstoßen.

Ein Nachbar der über 90-Jährigen hatte gegen der Arzt geklagt. Dieser hatte die Immobilie im Februar 2018 erworben. Die Patientin war seit 16 Jahren in seiner Behandlung. Als die Seniorin 2017 in ein Heim ging, verkaufte sie laut Mitteilung das stark renovierungsbedürftige Haus über einen Bevollmächtigten für 250 000 Euro. Auch als der kaufinteressierte Grundstücksnachbar einen höheren Preis bot, sei die alte Frau bei ihrer Entscheidung für den Arzt geblieben.

Die Ärztekammer leitete nach der Beschwerde des unterlegenen Käufers ein berufsgerichtliches Verfahren gegen den Arzt ein. Dieser habe nur wegen seiner Vertrauensstellung zu der Patientin die Kaufoption bekommen, hatte der Nachbar moniert.

Doch das Berufsgericht sah die Sache anders. Zwar sei es Ärztinnen und Ärzten nicht gestattet, in ihrem Beruf von Patientinnen und Patienten mehr als geringfügige Geschenke oder andere Vorteile für sich zu fordern, sich versprechen zu lassen oder anzunehmen. Es sei aber kein berufsrechtlich relevanter Vorteil erkennbar, wenn ein Arzt wie in dem Fall den von der Patientin geforderten Kaufpreis zahle. Das Gebot des Nachbarn habe nicht dem marktüblichen Preis entsprochen.

Der Schutz der Integrität der Ärzteschaft gehe nicht so weit, dass jegliche Geschäftsbeziehung unterbleiben müsse, hieß es. Gegen das Urteil kann Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal