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Gewalt in Nahost: Gedenk-Demonstrationen von Palästinensern

Berlin  

Gewalt in Nahost: Gedenk-Demonstrationen von Palästinensern

12.05.2021, 11:55 Uhr | dpa

Angesichts der Eskalation von Gewalt in Nahost stehen Demonstrationen verschiedener Palästinensergruppen am Samstag in Berlin unter besonderer Aufmerksamkeit. Angemeldet sind drei Demonstrationen in Neukölln und Kreuzberg mit 80 bis 250 Teilnehmern laut Angaben der Polizei. Sie beziehen sich auf den Nakba-Tag (deutsch: Katastrophe), an dem an Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern aus dem Gebiet des späteren Israels erinnert wird. Die israelische Unabhängigkeitserklärung erfolgte am 14. Mai 1948, die Palästinenser begehen den Nakba-Tag jedes Jahr am 15. Mai.

Wegen des zugespitzten Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern dürften derzeit auch Synagogen und andere jüdische oder israelische Einrichtungen und Vereine in Berlin unter zusätzlichem Schutz stehen. Die Polizei gibt grundsätzlich keine Auskunft über solche Maßnahmen. Eine Sprecherin sagte aber: "Wir werden den Schutz immer dem aktuellen Geschehen anpassen und neu bewerten."

Am Samstag soll ein erster palästinensischer Demonstrationszug zuerst ab 13.00 Uhr vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln laufen, angemeldet sind 150 Teilnehmer. Um 15.00 Uhr geht es um den "Tag der politischen Gefangenen Palästina", ebenfalls vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln, mit 80 Teilnehmern.

Um 16.00 Uhr heißt es "Zum Gedenken der Alnakba, der Palästinensischen Vertreibung", die Demonstration führt mit 250 angemeldeten Teilnehmern vom Oranienplatz zum Hermannplatz. Gefordert wird in einem Aufruf unter anderem der Kampf für "ein freies Palästina, vom Jordan bis zum Mittelmeer", also auf dem heutigen Staatsgebiet Israels.

Nach einer Demonstration von rund 900 Palästinensern und Unterstützern am Sonntagabend griffen Randalierer die Polizei an. Aus einer Gruppe von 100 Menschen wurden Flaschen und Steine geworfen. Polizisten räumten Müllcontainer, Holzpaletten und Elektroscooter von der Straße. 16 Polizisten wurden verletzt. Die Polizei hatte die Demonstranten nach dem vorzeitigen Ende der Veranstaltung auf dem Hermannplatz aufgefordert, den Platz zu verlassen.

Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April hatte sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zugespitzt. Inzwischen sind es die heftigsten Auseinandersetzungen seit mehreren Jahren. Der Ramadan endet diese Woche.

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