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Mission Klassenerhalt: Khediras Beitrag zur Hertha-Rettung

Berlin  

Mission Klassenerhalt: Khediras Beitrag zur Hertha-Rettung

17.05.2021, 12:43 Uhr | dpa

Mission Klassenerhalt: Khediras Beitrag zur Hertha-Rettung. Sami Khedira

Herthas Sami Khedira. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

"Mission KLASSENERHALT, vollendet!". Sami Khedira verkündete seine Freude über den erfüllten Berlin-Auftrag in den sozialen Netzwerken in Großbuchstaben. Ob seine eigene Mission in der Hauptstadt bei Hertha BSC nach gut vier Monaten schon wieder ein Ende findet, verriet der Ex-Weltmeister aber noch nicht. Im Schatten der leidenschaftlichen Diskussion um die Zukunft von Trainer Pal Dardai ist ebenso offen, ob der im Januar mit viel Brimborium von Juventus Turin verpflichtete Khedira seine erfolgreiche Karriere überhaupt, und falls ja, in Berlin fortsetzt.

Gegen den 1. FC Köln wollte Khedira unbedingt spielen. Doch Dardai scheute das Risiko mit dem wieder einmal an der Wade verletzten 34-Jährigen. Den Ex-Weltmeister wollte der Trainer als richtig fitten Joker für ein mögliches Endspiel gegen Hoffenheim als Faustpfand haben. So waren es wieder einmal die Bilder auf der Tribüne und nicht auf dem Platz, die von Khedira in Erinnerung blieben. Mit dem ebenfalls angeschlagenen Matheus Cunha bejubelte er euphorisch das Führungstor seines Bruders Rani Khedira für Augsburg gegen Bremen, das die Hertha der Rettung nah brachte.

Etwas mehr als 300 Minuten spielte Khedira bislang für die Hertha. In acht von 14 möglichen Partien war er dabei. Die volle Distanz stand er nie auf dem Platz. Der einzige Sieg mit Khedira gelang gegen Freiburg (3:0), als er nach 39 Minuten für den verletzten Mattéo Guendouzi eingewechselt wurde, anschließend aber auch keine weitere Partie mehr bestreiten konnte. Seine erste Wadenblessur hatte er sich im Februar beim 0:2 in Wolfsburg zugezogen. Fitnessproblem und Verletzungsrisiko, das waren schon die Argumente der Zweifler, als Khedira im Winter kam.

Für Dardai zählen reine Zahlen nicht. Der Rio-Champion war für ihn ein wichtiger emotionaler Baustein. "Sportlich konnte er nicht viel helfen, aber die Sache, in der Kabine viele Dinge zu regeln, da war nicht nur sein Name weltklasse. Das war eine große Hilfe", sagte der Hertha-Coach. Khedira aus Turin zur Hertha geholt zu haben, sei ein Riesending gewesen von Sportdirektor Arne Friedrich.

Schon bei seiner Präsentation Anfang Februar hatte Khedira gesagt: "Ich werde auf jeden Fall meine ganze Energie, mein ganzes Wissen sowie mein ganzes sportliches Repertoire einfließen lassen, um die nächsten Spiele erfolgreich zu gestalten." Energie und Wissen waren wesentlich. In Sachen sportliches Repertoire war Khediras Zutun überschaubar. Das überraschte kaum, hatte er bei Juve doch zuvor nur einmal in eineinhalb Jahren spielen können.

Jetzt läuft der Vertrag bei der Hertha wieder aus. An Berlin hat Khedira sicher Gefallen gefunden, zudem kommt Bruder Rani als Neuzugang bei Union in die Stadt. Doch die Frage bleibt, ob Khediras Qualitäten als Kommunikator in der Kabine und Einpeitscher auf der Tribüne für eine Verlängerung reichen. Fredi Bobic wird diese Frage als neuer Geschäftsführer Sport beantworten müssen. Wie auch die Zukunft von Trainer Dardai.

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