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Berlin: Jugendzentrum Potse umgeht drohender Räumung

Kampf gegen Verdrängung  

Demo gegen Räumung des Jugendzentrums Potse

17.05.2021, 13:46 Uhr | dpa

Berlin: Jugendzentrum Potse umgeht drohender Räumung. Berlin: Der für diesen Mittwoch geplante Termin zur Räumung des Jugendzentrums Potse in Schöneberg wird ausgesetzt. (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)

Berlin: Der für diesen Mittwoch geplante Termin zur Räumung des Jugendzentrums Potse in Schöneberg wird ausgesetzt. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Mehrere hundert Menschen haben für den Erhalt des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg demonstriert. Zuletzt gab es eine Entscheidung im Streit um die Räumung.

Am Dienstagabend hatten rund 400 Menschen für den Erhalt des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg demonstriert. Es sei weitgehend friedlich geblieben. Einen Tag zuvor war bekannt geworden, dass die drohende Räumung des Jugendzentrums Potse in Schöneberg vorerst vom Tisch ist.

Der für diesen Mittwoch geplante Termin wurde ausgesetzt und frühestens auf Juli verschoben, wie das selbstverwaltete Jugendzentrum nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mitgeteilt hatte. Das sei das Ergebnis langwieriger Verhandlungen mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Der Potse-Verein habe eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro aufgebracht.

Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. In der Potse und in der Kneipe Drugstore fanden regelmäßig Punkkonzerte statt. Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt. Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt der Potse, zeitweise gab es auch Besetzungen anderer Räume. Die Forderung war, die Potse erst zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzräume gibt.

Zeit, um mögliches Ersatzprojekt zu prüfen

Mit der Sicherheitsleistung sei Zeit gewonnen worden, um das mögliche Ersatzobjekt im alten Tempelhofer Flughafen genauer zu prüfen und feste Verträge für den Einzug von Drugstore und Potse auszuarbeiten. "Die Kollektive von Drugstore und Potse geben nicht auf, sich für neue Räume für selbstverwaltete Jugendarbeit einzusetzen", hieß es. Das Bezirksamt wolle das Geld erst erst dann zurückzahlen, wenn die bisherigen Räume frei werden.

Potse: Das Gebäude an der Potsdamer Straße in Schöneberg ist schon lange von der Räumung bedroht. (Quelle: imago images/Joko)Potse: Das Gebäude an der Potsdamer Straße in Schöneberg ist schon lange von der Räumung bedroht. (Quelle: Joko/imago images)

Der Jugendstadtrat des Bezirks, Oliver Schworck (SPD) zeigte sich erleichtert. Er unterstütze weiter das Vorhaben des Senats, dem Jugendzentrum die "Zollgarage" auf dem Flughafengelände zur Verfügung zu stellen, sagte Schworck. Er habe schon Anfang Mai eine Verpflichtung zur Übernahme der Mietkosten für das Objekt unterzeichnet und dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke) übergeben. Der Senat könne nun eine Vereinbarung mit dem Jugendzentrum zur Nutzung der Räume schließen.

Die Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Canan Bayram twitterte, der Kampf gegen Verdrängung und für den Erhalt der Potse habe Früchte getragen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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