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Baby zu Tode geschüttelt: Angeklagte weist Vorwürfe zurück

Berlin  

Baby zu Tode geschüttelt: Angeklagte weist Vorwürfe zurück

19.05.2021, 00:35 Uhr | dpa

Baby zu Tode geschüttelt: Angeklagte weist Vorwürfe zurück. Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Eine Mutter, die ihr zwei Monate altes Baby durch heftiges Schütteln tödlich verletzt haben soll, hat die Vorwürfe vor dem Berliner Landgericht zurückgewiesen. Sie habe ihrer Tochter keine Gewalt angetan, erklärte die 20-Jährige zu Prozessbeginn am Mittwoch. Laut Anklage soll die Frau ihr Kind am Rücken gepackt und "aus Wut und Verzweiflung über ihre Lebenssituation" derart heftig geschüttelt haben, dass es später an den Folgen der Gewalteinwirkung gestorben sei.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Körperverletzung mit Todesfolge aus. Zu der mutmaßlichen Tat sei es im Mai 2019 während eines Spaziergangs am Nachmittag gekommen. Die Mutter, die damals in Berlin-Hellersdorf wohnte, habe das Kind derart heftig geschüttelt, dass es Blutungen unter der harten Hirnhaut erlitt und Brückenvenen im Gehirn gerissen seien, so die Anklage. Das Mädchen sei wenige Tage später in einer Klinik an den Folgen verstorben.

Die Mutter erklärte über ihre Verteidigerin, sie habe das Baby am Morgen gefüttert. "Ich bin dann mit ihr im Kinderwagen los." An dem Kind sei ihr nichts auffällig erschienen. Erst nach dem Spaziergang habe sie zu Hause Veränderungen an den Pupillen bemerkt und sofort den Notarzt gerufen.

"An dem Tag hatte ich meine Tochter nicht gewickelt", so die Angeklagte. Das habe wie meistens der Vater des Kindes übernommen. Von blauen Flecken an den Knien des Mädchens habe sie erst im Krankenhaus erfahren. Sie habe den Vater des Kindes daraufhin angesprochen. "Aber er machte dicht", erklärte die 20-Jährige.

Der Verdacht habe sich zunächst gegen den Kindsvater gerichtet, hieß es am Rande der Verhandlung. Rechtsmedizinische Erkenntnisse hätten jedoch zu der Überzeugung der Ermittler geführt, dass es die Mutter gewesen sei. Der Prozess vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts wird am 26. Mai fortgesetzt.

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