Sie sind hier: Home > Regional > Bielefeld >

Bielefeld: Wie dieser Schneider die Mode-Welt erobern will

INTERVIEWGroße Pläne  

Wie ein Bielefelder Schneider der Mode-Welt erobern will

Von Christine Georg

28.02.2020, 15:07 Uhr
Bielefeld: Wie dieser Schneider die Mode-Welt erobern will. Cassian Zobel an der Nähmaschine: Der 20-Jährige arbeitet als Maßschneider. (Quelle: Christine Georg)

Cassian Zobel an der Nähmaschine: Der 20-Jährige arbeitet als Maßschneider. (Quelle: Christine Georg)

Mit nur 20 Jahren gewann der Maßschneider Cassian Zobel den ersten Platz in der Kategorie "Gute Form" im Bundeswettbewerb der Handwerkskammer. Zuvor wurde er schon als Kammersieger ausgezeichnet. Aktuell macht Zobel sich mit seinem eigenen Label C. Leonardo in Bielefeld selbstständig.

t-online.de: Wieso haben Sie sich für eine Ausbildung als Schneider entschieden?

Cassian Zobel: Das ist über meine Schullaufbahn an der Waldorfschule entstanden. Hier haben die Handwerksfächer dazu beigetragen, dass ich das wollte. Wir hatten zum Beispiel Steinmetzen, Schmieden und Buchbinden, also Berufe, die am Aussterben sind, das fand ich cool. Im Handarbeitsunterricht hatten wir Stricken, Weben, Häkeln und Nähen. Nach der Ausbildung wollte ich noch ein Studium machen. Aber über die drei Jahre Ausbildung hat sich herauskristallisiert, dass ich direkt in die Selbstständigkeit gehen will.

Wie genau kam es zu der Gründung Ihres Labels?

Es gab viele Faktoren. Es war so, dass ich irgendwann in die Selbstständigkeit gehen wollte. Mein eigener Chef zu sein, war schon das Ziel, das ich erreichen wollte. Das habe ich jetzt vorgezogen. Auch der Arbeitsmarkt war gerade nicht gut für Schneider. Klar, es gibt immer Unternehmen, die auf der Suche sind. Die meisten sind aber in der Industrie, das heißt, dann muss ich Akkordnähen. Da gibt es nicht mehr den Designaspekt, der einfließt.

Warum ist Ihrer Meinung nach die Lage für Schneider auf dem Arbeitsmarkt so problematisch?

Ich glaube, weil man nicht mehr viel Geld für Kleidung ausgeben will. Es ist unmittelbar mit Kosten verbunden, wenn man sich ein Teil maßschneidern lässt. Das läuft über mehrere Stufen. Man trifft sich das erste Mal, um auszusuchen welchen Stoff man nimmt. Dann, um zu klären, was man sich generell vorstellt, um die Maße abzunehmen. Dann wird eine Nesselvorlage gemacht und geguckt, ob wirklich alles passt. Im dritten Schritt ist das Teil fertig. Das sind manchmal zwischen drei, vier oder fünf Termine und die müssen finanziert werden. Das sind Kosten, die manche für ein Kleidungsstück nicht ausgeben wollen.

Zwei Models halten Taschen: Sie wurden von Cassian Zobel entworfen und geschneidert. (Quelle: Oliver Radkau)Zwei Models halten Taschen: Sie wurden von Cassian Zobel entworfen und geschneidert. (Quelle: Oliver Radkau)

Worauf fokussieren Sie sich bei Ihrem Label?

Über die Zeit habe ich gemerkt, dass ich auf alles Lust habe. Ich will mich nicht beschränken, deswegen will ich nicht einen speziellen Schwerpunkt haben. Damen habe ich schon drei Jahre gemacht, jetzt muss ich in Herren mehr lernen. Ich werde versuchen, intensiver in diesen Bereich hineinzugehen, um mehr Wissen zu bekommen. 

Welche Hürden mussten Sie während der Gründung Ihres Labels überwinden?

Ich musste erstmal die Namensgebung klären. Das ging relativ leicht, C steht für meinen Vornamen und Leonardo für meinen Zweitnamen. Schwieriger war das Ganze, was hinter dem Unternehmen steckt. Was darf man, was darf man nicht, wo muss man sich anmelden. Im Moment ist die Website der Punkt, der am schwierigsten ist. Ein Logo zu erstellen, dauert tatsächlich länger als ich dachte.

Wie läuft Ihr Label aktuell?

Schleppend. Aktuell arbeite ich auf die Modenschau im September im Ringlockschuppen hinaus. Ab und zu kommen natürlich ein paar Aufträge. Im März habe ich noch eine kleine Modematinee. Ich hoffe, dass mich so mehr Menschen kennenlernen und ich mehr Kunden gewinne. Das ist eine Frage der Zeit, denn es ist generell schwer an Kunden zu kommen. Deswegen: Stets dabeibleiben.

Welche Stilrichtung stellen Sie auf der Modenschau vor?

Das weiß ich noch nicht genau. Es wird klassisch, aber abgewandelt. Sodass man das Klassische erkennt, aber nicht unbedingt als typisch klassisch empfindet.

Welche Pläne haben Sie zukünftig für Ihr Label?

Ich habe erstmal den nächsten Step mit der Modenschau und was danach kommt, das weiß ich noch nicht und da will ich mich überraschen lassen. Geplant habe ich nicht groß. Man stellt sich Dinge vor, das macht jeder. Aber ich will gar nicht planen, weil letzten Endes weiß man nicht ob es so kommt. Wenn ich offener gegenüber allen Dingen bin, die kommen, bin ich auch flexibler.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Cassian Zobel

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: