Sie sind hier: Home > Regional > Bonn >

Coronavirus in Bonn – So bereitet sich die Stadt auf Covid-19 vor

Möglicher Ernstfall  

So bereitet sich Bonn auf das Coronavirus vor

Von Kirsten Lange

29.02.2020, 11:54 Uhr
Coronavirus in Bonn – So bereitet sich die Stadt auf Covid-19 vor. Eine Illustration des neuartigen Coronavirus: In Bonn bereitet man sich auf das Virus vor. (Quelle: MAM/CDC/Handout via Reuters/dpa)

Eine Illustration des neuartigen Coronavirus: In Bonn bereitet man sich auf das Virus vor. (Quelle: MAM/CDC/Handout via Reuters/dpa)

In Bonn gibt es bislang noch keine Verdachtsfälle des neuartigen Coronavirus. Die Stadt bereitet sich trotzdem auf einen möglichen Ernstfall vor – und sieht sich gut gerüstet.

Natürlich sei nicht auszuschließen, dass auch Fälle in Bonn auftreten. Das antwortet ein Stadtsprecher auf die Frage, ob er – gerade jetzt nach den Karnevalstagen – bald mit den ersten Infizierten rechne.

Bislang hat das neuartige Coronavirus Covid-19 Bonn jedoch nicht erreicht. Das gibt der Stadt Zeit, sich vorzubereiten. Sie sieht sich gut aufgestellt: Die Verwaltung tausche täglich Informationen mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten aus. Sollte die Lage in den kommenden Tagen oder Wochen also ernster werden, könne jederzeit kurzfristig ein Krisenstab einberufen werden, so Stadtsprecher Marc Hoffmann.

Noch zeigen sich die Verantwortlichen entspannt. Zwar hat sich die Stadtverwaltung grundsätzlich mit der Frage beschäftigt: Was wäre, wenn ganze Stadtviertel gesperrt werden müssten, damit das Coronavirus sich nicht weiter ausbreitet? Entsprechende Szenarien wurden besprochen. Doch, so Hoffmann, sie seien aktuell nicht zu erwarten.  

Solch ein drastisches Durchgreifen ist ohnehin nur in Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden im Land und beim Bund sowie mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin möglich. Auch mit denen tauscht die Stadtverwaltung sich nach eigener Aussage regelmäßig aus.

Ständiger Kontakt zu Ärzten und Kliniken

Das Robert-Koch-Institut spielt beim Infektionsschutz eine entscheidende Rolle. Es wertet täglich Informationen zum neuen Coronavirus aus und erfasst die aktuelle Lage. Es schätzt ein, wie hoch das Risiko für die Menschen in Deutschland ist, und spricht Empfehlungen aus für den Fall, dass die Krankheit in einer Stadt oder Gemeinde ausbricht. Beispielsweise: die Personen ausfindig machen, die mit infizierten Menschen in engeren Kontakt gekommen sind, und sie auffordern, das Haus für 14 Tage nicht zu verlassen, also für die maximale Dauer der angenommenen Inkubationszeit. In dieser Zeit sollte sich das Gesundheitsamt täglich bei ihnen melden.

Nach diesen RKI-Empfehlungen richtet sich auch die Stadt Bonn. "Das Gesundheitsamt steht in ständigem Kontakt mit Krankenhäusern, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und dem Rettungsdienst“" sagt Stadtsprecher Hoffmann. Verdachtsfälle würden dem Gesundheitsamt gemeldet. 

Uniklinik untersucht 30 Proben am Tag

Für einen echten Verdachtsfall müssen aber ein paar Faktoren zusammenkommen: Der Patient oder die Patientin muss an Fieber, Husten oder Atemnot leiden. Zusätzlich muss er oder sie zuvor in einem Risikogebiet wie Norditalien gewesen sein oder Kontakt zu einem infizierten Menschen gehabt haben.

Das Bonner Uniklinikum untersucht nach Angaben einer Sprecherin aktuell etwa 30 Proben am Tag auf das Coronavirus, Tendenz steigend. Etwa 15 Menschen kommen täglich ins Notfallzentrum mit der Angst, sie könnten sich angesteckt haben – auch hier würden es täglich mehr, so Sprecherin Ute-Andrea Ludwig.

Die Uniklinik sieht sich gut vorbereitet auf die ersten infizierten Patienten, sollte es denn soweit kommen. "Wir haben auf verschiedenen Stationen Isolierzimmer eingerichtet, bei Bedarf können wir jederzeit weitere einrichten", sagt Ludwig. Bei einem positiven Testergebnis und einem schweren Krankheitsverlauf würden Patientinnen und Patienten in den Isolierzimmern behandelt. 

Stadt veröffentlicht aktuelle Infos

Auch beim Gesundheitsamt der Stadt melden sich immer mehr Menschen. Das Amt hat eine unter den Nummern 0228 7753-51 und -52 eine kostenlose Hotline eingerichtet. Seit Mittwoch haben dort bereits mehrere Hundert Menschen angerufen.

Die meisten von ihnen seien zuvor in Norditalien gewesen, so Stadtsprecher Hoffmann: "Manche hatten keine Symptome. Andere schilderten jahreszeittypische Erkältungssymptome." In diesem Fall rät das Gesundheitsamt, dass man nicht einfach in eine Arztpraxis oder in die Notaufnahme eines Krankenhauses geht, sondern vorher anruft, am besten beim Hausarzt. Abends oder am Wochenende hilft auch der kassenärztliche Bereitschaftsdienst unter der kostenlosen Rufnummer 116117 weiter.

Viele Ratsuchende kamen nach Angaben des Stadtsprechers gar nicht aus Bonn. "Menschen aus ganz Deutschland melden sich beim Bonner Gesundheitsamt, weil sie in ihren Städten oder Gemeinden niemanden erreichen, sagt Hoffmann. Die Stadt bittet Nicht-Bonner ausdrücklich, sich an ihre eigenen Verwaltungen zu wenden.

Unterdessen hat die Bonner Verwaltung eine Online-Infoseite eingerichtet. Dort gibt sie unter anderem Antworten auf häufig gestellte Fragen. Außerdem hat die Stadt gezielt Schulen und Kindergärten informiert - zum Beispiel darüber, wie man sich vor Ansteckung schützen kann. Das beste Mittel ist immer noch, wie auch bei der hochansteckenden Grippe: häufiges, gründliches Händewaschen, mit warmem Wasser und Seife

Verwendete Quellen:

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal