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Bonn: Beethoven-Jubiläum trotz Corona

Konzerte unter Hygieneauflagen  

Beethoven-Jubiläum trotz Corona

17.07.2020, 11:19 Uhr | dpa, t-online

Bonn: Beethoven-Jubiläum trotz Corona . Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven in Bonn: Das Beethoven-Jahr verläuft anders, als geplant. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven in Bonn: Das Beethoven-Jahr verläuft anders, als geplant. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Superstar Ludwig van Beethoven aus Bonn wäre dieses Jahr 250 Jahre alt geworden. Das Jubiläum verläuft völlig anders als geplant. Kaum war das Festprogramm auf Touren, wurde es von den Folgen der Coronavirus-Pandemie kalt abgewürgt.

Die Pläne für die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläumsjahres von Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag wurden von der Corona-Pandemie durchkreuzt. Die Bonner Veranstalter haben Wege gefunden, trotzdem zu feiern.

Malte Boecker, der Direktor des Beethoven-Hauses in Bonn, kann in den Umständen sogar etwas zum Komponisten Passendes erkennen: "Beethoven war ein Meister der Erwartungstäuschung – es kommt bei ihm gerne mal anders als gedacht."

Das rund 30 Millionen Euro teure Festjahr endet nun nicht im Dezember, sondern dauert bis in den September 2021 hinein. Konzerte, Ausstellungen und Vorträge über den in Bonn geborenen Komponisten (1770 - 1827), können später stattfinden und bekommen trotzdem Zuschüsse. "Viele Veranstalter planen für das Frühjahr und den Sommer 2021 – als sichere Bank", meint Boecker, der auch künstlerischer Geschäftsführer der Jubiläums-Gesellschaft ist.

Seine großen künstlerischen Erfolge feierte Beethoven erst in Wien, wohin er mit Anfang Zwanzig ging. Aber das Jubiläumsjahr soll auch eine Bühne für seine Geburtsstadt sein. Jedenfalls werde Beethoven in China, Japan und den Vereinigten Staaten nun auch im Rheinland und Bonn verortet, meint Boecker. Bislang sei der Komponist eher "mit einer anderen Metropole in Europa verbunden" worden. Denn in Wien verbrachte Beethoven die längste Zeit seines Lebens. Aber bereits als junger Mann in Bonn war er ein freiheitsliebender politischer Kopf und aufstrebender Musiker.

Viele Veranstaltungen können noch stattfinden

Ralf Birkner, der kaufmännische Geschäftsführer der Jubiläums-Gesellschaft, schätzt, dass ein Viertel von rund 200 Veranstaltungen noch in diesem Jahr stattfinden wird, viele davon in Nordrhein-Westfalen. So wird im September (11.-13.) in der Industriekulisse des Landschaftsparks Duisburg Nord eine Klanginstallation aufgebaut, die ursprünglich für Mai geplant war. Rund um die Uhr erklingen Teile der Sechsten Sinfonie, der Pastorale. Arrangiert hat das der Klangkünstler Werner Cee.

Dirigent Kent Nagano führt Beethovens "Missa solemnis" am 21. August im Kölner Dom auf, mit Concerto Köln und Sängern – aber nach aktuellen Plänen ohne Publikum. Das Konzert soll im Internet gestreamt und auf Leinwände am Dom und auf dem Bonner Marktplatz übertragen werden. Die Bonner Beethovenhalle steht wegen einer aus den Fugen geratenen Sanierung ausgerechnet im Jubiläumsjahr ihres Namenspatrons nicht zur Verfügung. Aber sie hat die Berliner Künstlergruppe Rimini Protokoll zu einer Inszenierung angeregt: Diese "Theatrale Baustellenbegehung" soll an zwei Tagen im September stattfinden.

Die Neunte Sinfonie und andere Werke komponierte Beethoven, als er praktisch taub war. Deshalb gehört auch ein Musikmediziner-Kongress an der Universität Bonn zum Beethoven-Jahr. Er befasst sich im Oktober auch mit den Auswirkungen von Beethovens Taubheit auf seine psychosoziale Situation und seine vielen sonstigen Erkrankungen.

Hygienekonzepte für Konzerte

An Beethovens 250. Tauftag, dem 17. Dezember, sollte das Jubiläumsjahr enden. "Wir werden diesen Tag in Bonn auf jeden Fall feiern", versichert Boecker. Doch niemand weiß, wie sich die Covid-19-Pandemie bis dahin entwickelt und wie Konzerte stattfinden dürfen.

Das dann geplante Konzert mit Daniel Barenboim und seinem West-Eastern Divan Orchester wird auf jeden Fall stattfinden, sagt Boecker. Ob nun ohne Chor, mit richtigem Ensemble, mit vollem Haus, reduziertem Publikum oder als Ghost-Veranstaltung vor leeren Rängen. "An Ideen mangelt es jedenfalls nicht", sagt der künstlerische Chef der Jubiläums-Feiern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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