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Bundesamt prüft Einbau von Splitterschutzwänden an Bahnhöfen

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Bundesamt prüft Einbau von Splitterschutzwänden an Bahnhöfen

21.09.2020, 06:50 Uhr | dpa

Bundesamt prüft Einbau von Splitterschutzwänden an Bahnhöfen. Mehler Engineered Defence GmbH in Königslutter

Mehler Engineered Defence GmbH in Königslutter. Foto: Stefan Jaitner/dpa (Quelle: dpa)

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) prüft den Einbau von Schutzwänden, um die Auswirkungen von Sprengstoffattentaten in Bahnhöfen und anderen öffentlichen Gebäuden zu begrenzen. Die mit Rückgriff auf Technologien für Militärtechnik hergestellten Wände sollen verhindern, dass im Falle einer Explosion viele Menschen durch die Druckwelle, große Hitze oder herumfliegende Splitter verletzt werden.

Zunächst einmal will das Bundesamt, das kürzlich wegen massiver Pannen am bundesweiten Warntag in die Schlagzeilen geraten war, aber herausfinden, ob solche Barrieren auch das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöhen würden oder eher im Gegenteil. Dafür hat das BBK jetzt eine Online-Umfrage gestartet. Wer daran teilnimmt, wird beispielsweise gefragt, wie wichtig es für ihn oder sie wäre, dass die "Bewegungsfreiheit" und die "freie Sicht" durch die Schutzwände nicht eingeschränkt würde.

Gefragt wird unter anderem nach Trennwänden in Fußballstadien, Konzerthallen, Haltestellen und Bahnhöfen - mit oder ohne den zusätzlichen Einsatz von Kameraüberwachung. Die Umfrage ziele darauf ab, "die Akzeptanz von physischen Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung zu ermitteln", erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage.

Das Sicherheitssystem soll nach den Vorstellungen des Bundesamtes "ein möglichst breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten abdecken, wie beispielsweise mobil als Trennwand, als nachträgliche Verstärkung von Gebäudeelementen oder die Integration in Neubauten".

Die Umfrage ist Teil des Forschungsprojekts Multischutz, das vom Bundeswirtschaftsministerium aus Mitteln eines Programms für die deutsche Rüstungsindustrie gefördert wird. Ziel des Programms ist es, die Unternehmen bei der Entwicklung ziviler Sicherheitstechnologien zu unterstützen.

An dem Projekt Multischutz, für das aus diesem Topf 900 000 Euro bereitgestellt wurden, sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik und die Mehler Engineered Defence GmbH beteiligt. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Königslutter stellt beispielsweise ballistische Schutzsysteme für Militärflugzeuge her und Panzerungsaufbauten für Fahrzeuge, die gegen Minen und Beschuss schützen.

Das Innenministerium, dem das Bundesamt untersteht, hatte sich bereits im Mai 2018 für das Projekt interessiert. Damals ging es der für Bundesbauten zuständigen Abteilung aber um ein anderes Einsatzgebiet für die Schutzwände: Botschaften und andere deutsche Liegenschaften in "Ländern mit einer instabilen Sicherheitslage" wie etwa Afghanistan oder dem Irak.

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