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Bonn: Unterschriftenliste gegen Segnungsverbot für Homosexuelle übergeben

Segnungsverbot für Homosexuelle  

Gegner übergeben Unterschriftenliste an hohe Geistliche

27.03.2021, 15:21 Uhr | dpa

Bonn: Unterschriftenliste gegen Segnungsverbot für Homosexuelle übergeben. Bischof Helmut Dieser hält eine Unterschriftenliste von Gegnern, des vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbots für Homosexuelle in den Händen: Die Kritik an dem Erlass wird immer lauter.  (Quelle: dpa/Marius Becker)

Bischof Helmut Dieser hält eine Unterschriftenliste von Gegnern, des vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbots für Homosexuelle in den Händen: Die Kritik an dem Erlass wird immer lauter. (Quelle: Marius Becker/dpa)

Fast 2.600 Menschen aller pastoraler Berufsgruppen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen das vom Vatikan erlassene Segnungsverbot für homosexuelle Paare gestellt. In Bonn wurde die Liste an hohe Geistliche übergeben.

Nach dem vom Vatikan ausgesprochenen Segnungsverbot für Homosexuelle haben Vertreter der katholischen Kirche am Samstag eine Unterschriftenliste an hohe Geistliche übergeben. "Wir verbinden damit die Erwartung, dass gleichgeschlechtliche liebende Paare künftig nicht nur die Möglichkeit einer kirchlichen Segnung erhalten, sondern volle Anerkennung erfahren", sagte der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose im Vorfeld der Übergabe im Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn.

Knapp 2.600 Menschen aller pastoraler Berufsgruppen und aus allen Diözesen Deutschlands hatten sich der Aktion angeschlossen. "Das starke Echo, das unsere Aktion unter Hauptamtlichen in der katholischen Kirche ausgelöst hat, ist einmal mehr Beleg für den Leidensdruck, unter dem viele von ihnen stehen", sagte Hose.

Unter den Unterstützern seien Priester, Ordensleute, Theologen, Seelsorger sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten. Mit ihrer Unterschrift erklären sie sich bereit, weiterhin gleichgeschlechtlich liebende Paare zu segnen.

"Wer segnet, darf dafür nicht bestraft werden"

"Viele, die das in der Vergangenheit schon getan haben, hatten dienstrechtliche Konsequenzen zu tragen. Wir erwarten, dass dies in Zukunft nicht mehr geschieht. Wer segnet, darf dafür nicht bestraft werden", heißt es in einem Statement von Hochschulpfarrer Burkhard Hose und Pfarrer Bernd Mönkebüscher, die am 15. März die Aktion #mehrSegen gestartet haben.

Pfarrer Burkhard Hose (l-r), überreicht Bischof Helmut Dieser und Birgit Mock, Vorsitzende des Synodal-Forums "Sexualität und Partnerschaft" die Liste: Das Anliegen soll diskutiert und nach Rom getragen werden. (Quelle: dpa/Marius Becker)Pfarrer Burkhard Hose (l-r), überreicht Bischof Helmut Dieser und Birgit Mock, Vorsitzende des Synodal-Forums "Sexualität und Partnerschaft" die Liste: Das Anliegen soll diskutiert und nach Rom getragen werden. (Quelle: Marius Becker/dpa)

Übergeben wurde die Liste an Bischof Helmut Dieser und Birgit Mock, Vorsitzende des Synodal-Forums "Sexualität und Partnerschaft". Beide machten am Samstag deutlich, dass der Debattenanstoß auf offene Ohren trifft: Die Unterschriften seien "Mahnung und Auftrag für die weitere Auseinandersetzung auf dem Synodalen Weg" mit dem Thema, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Man wolle die Anliegen diskutieren und auch möglichst bald nach Rom tragen.

Die römische Stellungnahme habe für "Irritation und Verärgerung gesorgt, so Bischof Dieser weiter. "Eine Anerkennung der Sexualität mit ihren vielfältigen Dimensionen und Veränderungen im Lebensverlauf kommt letztlich auch der Würdigung einer sakramental geschlossenen Ehe von Mann und Frau zugute", stellte er laut Mitteilung von Samstag klar.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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