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Bonn: Klink muss nach Schönheits-Op Schmerzensgeld zahlen

Misslungene Haartransplantation  

Klink muss nach Schönheits-OP Schmerzensgeld zahlen

01.04.2021, 12:13 Uhr | dpa

Bonn: Klink muss nach Schönheits-Op Schmerzensgeld zahlen. Ein Mann betrachtet seine Geheimratsecken im Spiegel (Symbolbild): Nach einer missglückten Haastransplantation muss die Klinik einem Patienten Schmerzensgeld zahlen. (Quelle: imago images/photothek)

Ein Mann betrachtet seine Geheimratsecken im Spiegel (Symbolbild): Nach einer missglückten Haastransplantation muss die Klinik einem Patienten Schmerzensgeld zahlen. (Quelle: photothek/imago images)

Weg mit den Geheimratsecken! Das dachte sich ein 30-jähriger Mann, bevor er sich einer Haartransplantation unterzog. Nach der misslungenen OP klagte er gegen die Klinik und bekam Recht – laut Gericht handelte ich sich um Körperverletzung.

Nach einer misslungenen Haartransplantation muss eine Schönheitsklinik einem 30 Jahre alten Patienten aus Meckenheim bei Bonn 5.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das entschied das Landgericht Bonn. Zudem muss das Institut auch für eine Korrektur der Operation in Höhe von etwa 9.000 Euro aufkommen. Schließlich darf der Patient auch das Honorar über 5.000 Euro zurückfordern, da es eine zu pauschale und damit unzulängliche Honorarvereinbarung gewesen sei.

Der 30-Jährige hatte sich im Januar 2016 zu einer Haartransplantation entschieden, da er einen erheblichen erbbedingten Haarausfall hatte, vor allem sollten die Geheimratsecken aufgefüllt werden. Dafür war ihm am Hinterkopf ein 20 Zentimeter langes und anderthalb Zentimeter breites Stück Kopfhaut entfernt und oberhalb der Stirn implantiert worden.

Mangelnde Aufklärung vor der OP

Das Ergebnis jedoch war ein nach Ansicht des Patienten "unharmonisches Bild". Die implantierten Teile waren nur unregelmäßig und undicht angewachsen. Vor allem aber störte den Kläger die teilweise bis zu zwei Zentimeter dicke und sichtbare Narbe am Hinterkopf. Versprochen worden war ihm eine Narbe "so dick wie der Strich eines Bleistiftes".

Die Arzthaftungskammer verurteilte die Klinik letztlich nicht wegen möglicher Behandlungsfehler, sondern weil der Kläger nicht ordnungsgemäß aufgeklärt wurde. Vor einer Schönheits-OP, so heißt es im Urteil, müsse "besonders sorgfältig, umfassend und schonungslos" aufgeklärt werden. Aus Sicht der Kammer sei damit auch die Einwilligung des Patienten unwirksam – und die Operation sogar rechtswidrig, mithin eine Körperverletzung gewesen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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