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Syrerin schildert Misshandlung durch Ex-Partner

Bremen  

Syrerin schildert Misshandlung durch Ex-Partner

21.08.2019, 13:06 Uhr | dpa

Syrerin schildert Misshandlung durch Ex-Partner. Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv (Quelle: dpa)

Im Prozess gegen einen 36-Jährigen, der seiner Freundin einen Kugelschreiber ins Auge gestochen haben soll, hat das Opfer selbst den Mann schwer belastet. Die 33-jährige Syrerin berichtete am Mittwoch am Landgericht Bremen unter Tränen von brutalen Übergriffen des türkischen Angeklagten. "Ich wusste, wenn er mich noch einmal schlägt, dann sterbe ich", sagte die Frau, die per Video mit arabischer Übersetzung in den Gerichtssaal zugeschaltet war. Sie schilderte auch den Vorfall vom Januar 2019 in einem Bus, wo der 36-Jährige ihr laut Anklage den Kugelschreiber ins linke Auge stieß. Er ist wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Die Frau war 2015 mit ihrer Tochter vor dem Bürgerkrieg in Syrien nach Deutschland geflohen. In einer Flüchtlingsunterkunft in Bremen lernte sie den 36-Jährigen kennen, der dort arbeitete und Essen an Flüchtlinge austeilte. Beide verliebten sich, heirateten nach islamischem Recht, aber nicht standesamtlich. Als sie 2016 schwanger geworden sei, habe sie den Eindruck gehabt, der 36-Jährige betrachte sie als Eigentum. Sie schilderte, dass der Mann sie heftig immer wieder mit verschiedenen Gegenständen geschlagen habe, darunter mit einem Mixer und einer Holzstange.

Nach diesem Vorfall gab es zunächst keinen direkten Kontakt mehr, bis sie den Mann zufällig wieder traf. Dabei kam es erneut zum Streit, bei dem er sie mit einem Gegenstand schwer am Auge verletzte, ihr aber aus Angst vor der Polizei den Gang ins Krankenhaus verwehrte: "Mir war sofort schwarz vor Augen und ich sah Blut." Bei der anschließenden Busfahrt griff der Mann sie erneut an und konnte nur von Passagieren gestoppt werden. Die Frau ist bis heute traumatisiert, hat Schmerzen und ist in psychologischer Behandlung, wie der Richter sagte.

Der Beschluss, die Zeugin per Video-Audio-Schalte zu vernehmen, begründete das Gericht mit der Gefahr eines massiven seelischen Schadens, wenn die Frau im Gerichtssaal auf den Angeklagten treffe. Auch der Wohnort der Frau wurde bei der Abfrage der Personalien bewusst nicht erwähnt. Die Vernehmung wurde zwischenzeitlich kurz unterbrochen. "Ich wollte glücklich sein in meinem Zuhause", sagte die 33-Jährige zuvor. "Ich habe meine Tochter aus Syrien rausgebracht, damit sie friedlich lebt."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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