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Ausstellung "Gegenwarten" eröffnet: Fortsetzung geplant

Chemnitz  

Ausstellung "Gegenwarten" eröffnet: Fortsetzung geplant

15.08.2020, 16:39 Uhr | dpa

Ausstellung "Gegenwarten" eröffnet: Fortsetzung geplant. "Versinken" von Roman Signer

Das Werk "Versinken" des schweizer Künstlers Roman Signer im Chemnitzer Schlossteich. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Begleitet von Kontroversen über einen Beitrag zum Thema "Antifa - Mythos und Wahrheit" ist am Samstag in Chemnitz die Sonderschau "Gegenwarten/Presences" eröffnet worden. Unter Federführung der Kunstsammlungen Chemnitz sind bis zum 25. Oktober im Innenstadt-Gebiet Interventionen, Skulpturen, Installationen und Performances von 20 Künstlern und Kollektiven zu sehen.

Zweieinhalb Monate vor der Entscheidung über den deutschen Repräsentanten als Europas Kulturhauptstadt 2025 will Bewerber Chemnitz mit dem internationalen Kulturprojekt ein Zeichen setzen. Dies sei ein wichtiger Baustein bei der Kulturhauptstadt-Bewerbung, sagte Michael Stötzer, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau.

Der Grünen-Politiker kündigte zugleich an, dass es weitere Ausgaben der Ausstellung geben soll. Für 2023 und 2025 habe man bereits weitere Aktionen dieser Art in der Pipeline. "Chemnitz will neben Kassel und Münster ein Hotspot für Kunst im öffentlichen Raum werden", sagte Stötzer. In Kassel findet alle fünf Jahre die "documenta" statt, in Münster im Zehn-Jahres-Rhythmus die "Skulptur Projekte".

Einen Tag vor der Eröffnung hatte eine Kontroverse über ein Werk des Kollektivs Peng! für Aufregung gesorgt und die Künstler zeitweise ihren Teil der Schau abgesagt. Entzündet hatte sich dies an einem Wandtext, mit dem sich das "Peng! Collective" mit der so genannten "Hufeisentheorie" auseinandersetzt. Die Theorie bezeichnet eine Nähe zwischen Links- und Rechtsextremismus. Ihre Arbeit kritisiere "die fatale Gleichsetzung von Antifa und gewaltbereiten Neonazis - die 'Hufeisentheorie' - und deren Verbreitung durch Parteien wie CDU, FDP und AfD", teilten die Künstler mit.

Frederic Bußmann, Direktor der Kunstsammlungen, hatte gefordert, dass die in der Arbeit genannten Partei-Namen entfernt werden sollten. Darüber habe es einen Dissens mit dem Künstlerkollektiv gegeben, bestätigte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Kunstsammlungen seien zur politischen Neutralität verpflichtet und würden daher anderen Regularien unterliegen als die Künstler. "Es sah aus, als wenn das ein Statement der Kunstsammlungen ist", so Bußmann. Daher sei es sein Wunsch gewesen, dass das wegkommt.

Noch am Abend wurde die Kontroverse ausgeräumt, die Antifa-Schau bleibt vorerst Teil der Ausstellung. "Wir prüfen, ob das bleiben kann", sagte Bußmann. Es sei gut, solche Diskussionen zu führen. Ein solches Spannungsverhältnis müsse man aushalten, sagte Bußmann.

Die Künstlergruppe habe wegen der Forderung, die Partei-Namen zu entfernen, die Freiheit der Kunst bedroht gesehen. "Der Forderung nachzukommen, kommt für das Kollektiv nicht in Frage", hatte sie betont. Die Ausstellung setze sich kulturhistorisch mit den Mythen und Wahrheiten durch zehn Exponate antifaschistischer Arbeit auseinander. "Es ist spannend, dass die Repressionen, die gewaltfreie Antifa-Gruppen in Deutschland erleben, offenbar auch für Kunstwerke gelten sollen, die im Museum stehen", erklärte Sprecherin Nika Blum.

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