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Konzept: Direktverbindung Chemnitz-Berlin via Elsterwerda

Chemnitz  

Konzept: Direktverbindung Chemnitz-Berlin via Elsterwerda

10.05.2021, 15:29 Uhr | dpa

Die Bahninitiative Chemnitz hat ein Sofortkonzept für eine stündliche Direktverbindung zwischen Chemnitz und Berlin vorgelegt. Als Vorzugsvariante wird dabei die bestehende Strecke über Elsterwerda ausgemacht. "Die Infrastruktur ist da, die durchgängigen Züge müssten nur bestellt werden", sagte der Sprecher des Bündnisses Sebastian Drechsler am Montag bei der Präsentation des Konzepts. Bisher enden die Regionalzüge aus Berlin und Chemnitz jeweils in Elsterwerda, so dass Reisende zwischen beiden Großstädten dort umsteigen müssen. Aus Sicht des Bündnisses sollten beide Linien zusammengeführt und ohne große Mehrkosten eine Direktverbindung geschaffen werden.

Die fehlende Anbindung von Chemnitz an den Fernverkehr ist seit Jahren ein Ärgernis in der Region. Immerhin handelt es sich um die mit 245 000 Einwohnern viertgrößte Stadt in Ostdeutschland und ein wichtiges Ballungsgebiet bundesweit. So monierte die Bahninitiative, zu der etwa der Fahrgastverband Pro Bahn und der Industrieverein Sachsen 1828 gehören, dass von Chemnitz aus kaum Städte außerhalb Sachsens auf direktem Weg per Zug erreichbar sind. An Brisanz gewinnt diese schlechte Bahnanbindung mit Blick auf 2025, wenn Chemnitz als Europas Kulturhauptstadt internationale Besucher anlocken will.

Inzwischen gibt es eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land und dem Verkehrsverbund Mittelsachsen, wonach ab Sommer 2022 wieder Fernzüge zwischen Berlin und dem Flughafen BER über Dresden nach Chemnitz rollen sollen - nach jetzigem Stand aber nur zweimal täglich in beide Richtungen.

Neben der Anbindung nach Berlin rückt das Bündnis mit seinem Konzept "Fernbahn 21" zwei weitere Schwachstellen in den Fokus. Zum einen geht es um eine Direktverbindung nach Erfurt. Die Regionalzüge aus Thüringen enden bisher aus Kostengründen in Glauchau, sodass Reisende zwischen Thüringen und Chemnitz dort umsteigen müssen. Die Initiative plädiert deswegen dafür, diese Linie bis nach Chemnitz zu verlängern. Den Angaben nach würde das jährlich etwa 2,5 Millionen Euro kosten.

Zum anderen dringen die Bündnispartner auf einen vollständigen zweigleisigen Ausbau samt durchgehender Elektrifizierung der Strecke Chemnitz-Leipzig, um bestehende Nadelöhre zu beseitigen und mehr Verbindungen und mehr Güterverkehr auf der Strecke zu ermöglichen. Leipzig sei für die Region ein zentraler Knoten in zahlreiche deutsche Metropolregionen wie Hamburg, den Großraum Köln-Bonn, aber auch nach Frankfurt und Stuttgart, hieß es.

Die Bahninitiative appellierte an die Politik, rasch die Weichen für eine bessere Anbindung von Chemnitz an Fernziele zu stellen. Dabei gehe es nicht nur um den Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025, sondern darum, dauerhaft die Potenziale im Bahnverkehr besser auszuschöpfen und Bahnfahren für Reisende attraktiver zu machen - etwa durch weniger Umstiege und kürzere Fahrzeiten.

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