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Dortmund: Wirbel um Preisvergabe an israelkritische Autorin in Dortmund

Wirbel um Toleranzpreis  

Dortmund überdenkt Preisvergabe an Autorin

11.09.2019, 16:59 Uhr | dpa

Dortmund: Wirbel um Preisvergabe an israelkritische Autorin in Dortmund. Kamila Shamsie hebt die Hand an den Mund: Die Autorin, hier im Jahr 2018 auf der Frankfurter Buchmesse, steht wegen ihrer antiisraelischen Aussagen in der Kritik. (Quelle: imago images/Sven Simon/Archivbild)

Kamila Shamsie hebt die Hand an den Mund: Die Autorin, hier im Jahr 2018 auf der Frankfurter Buchmesse, steht wegen ihrer antiisraelischen Aussagen in der Kritik. (Quelle: Sven Simon/Archivbild/imago images)

Nach Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Autorin Kamila Shamsie, die sich für einen Boykott Israels ausspricht, überdenkt die Stadt Dortmund eine geplante Preisvergabe an sie.

Wegen ihrer Einstellung zu Israel bekommt die Autorin Kamila Shamsie eventuell einen ihr zugedachten Preis nicht ausgehändigt. Das teilte die Stadt Dortmund am Mittwoch mit. Am Tag zuvor hatte die Jury bekannt gegeben, dass die pakistanisch-britische Schriftstellerin Kamila Shamsie im Dezember mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet werden soll.

Daraufhin hatte das Blog "Ruhrbarone" auf Shamsies antiisraelische Haltung hingewiesen. So hatte sie sich in der Vergangenheit für die BDS-Bewegung ("Boycott, Divestment and Sanctions") stark gemacht, die von vielen, unter anderem vom nordrhein-westfälischen Landtag, als "klar antisemitisch" verurteilt wird.

Verbindung zu BDS-Bewegung offenbar nicht bekannt gewesen

Nach Angaben der Stadt habe Shamsie nun ihre Unterstützung des BDS noch einmal bekräftigt. "Eine Verbindung zwischen Kamila Shamsie und der BDS-Bewegung war der Jury bis gestern nicht bekannt", sagte eine Sprecherin der Stadt Dortmund am Mittwoch. Die neunköpfige Jury werde in den nächsten Tagen erneut zusammentreten, um ihre Entscheidung zu überdenken.

Erst im Februar hatte die Stadt Dortmund eine Resolution gegen Antisemitismus verabschiedet und darin ausdrücklich festgelegt, dass Personen, die zu solchen antiisraelischen Boykotten aufrufen, keine Räume oder Flächen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Preis steht für Toleranz

Mit dem nach der jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs benannten Literaturpreis ehrt die Stadt nach eigener Auskunft Preisträger, die für "Toleranz, Respekt und Versöhnung" stehen und "sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen". Shamsie hatte bereits ankündigt, zur Vergabe des Preises im Dezember nach Dortmund kommen zu wollen.


Die Romanautorin ("Die Straße der Geschichtenerzähler", "Verglühte Schatten") lebt abwechselnd in London und Karatschi und ist für ihr literarisches Werk bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

Verwendete Quellen:

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