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Lehrer wegen Corona-Maßnahmen öfter beleidigt oder bedroht

Dortmund  

Lehrer wegen Corona-Maßnahmen öfter beleidigt oder bedroht

11.05.2021, 10:40 Uhr | dpa

Lehrer wegen Corona-Maßnahmen öfter beleidigt oder bedroht. FFP2-Maske

Ein medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Lehrkräfte und Schulleitungen sind laut einer Umfrage wegen ständiger Änderungen und zahlreicher Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie nicht selten mit Angriffen konfrontiert. Etwa jeder fünften Lehrkraft - 21 Prozent - in NRW seien Beschimpfungen, Belästigungen, Bedrohungen oder Diffamierungen von Beschäftigten an der eigenen Schule bekannt geworden. Und 7 Prozent der befragten Pädagogen gaben an, selbst in einem direkten Kontakt Ziel einer solchen Form von psychischer Gewalt gewesen zu sein. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Bundesweit waren 1501 Lehrerinnen und Lehrer befragt worden, darunter 329 in NRW. Gefragt nach psychischer Gewalt über das Internet, gaben 25 Prozent an, dass diese an ihrer Schule aufgetreten seien. Und 5 Prozent waren selbst Ziel derartiger Attacken via Internet. Jeder einzelne Fall sei völlig inakzeptabel, betonte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Die NRW-Befunde weichen laut VBE kaum von den bundesweiten ab. Als Urheber der Angriffe nannten die Befragten in der Untersuchung überwiegend Eltern. Schulleitungen haben den Angaben zufolge dabei etwa Briefe - in vielen Fällen Musterschreiben aus dem Internet - erhalten, in denen mit rechtlichen Konsequenzen gedroht werde. Es seien Plakate oder Schmierereien mit Aufschriften wie "Ihre Tage sind gezählt" an Schulgebäuden gemeldet worden.

Von sogar körperlicher Gewalt - etwa Tritte oder Stöße - berichteten drei Prozent der Befragten. Schulpersonal dürfe nicht zum Blitzableiter für angestauten Ärger werden, mahnte der Verband. Die Lage für die Schulen sei schwierig. Jede vierte Lehrkraft in NRW sehe fehlende Planbarkeit und einen ständigen, kurzfristigen Politikwechsel als das derzeit größte Problem an.

Gebauer stellte klar, dass sich Schulleitungen und Lehrkräfte unter den schon über einem Jahr herrschenden schwierigen Pandemie-Bedingungen mit großem Engagement für die Schüler einsetzten. Nur so habe man das Recht auf Bildung sicherstellen können. In dem dynamischen Infektionsgeschehen verlange die Organisation des Unterrichtsbetriebs den Schulen viel ab. Sie appellierte: "In einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt ohnehin auf die Probe gestellt wird, dürfen nicht jene zur Zielscheibe werden, die sich mit viel Einsatz um die Bildung und Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen bemühen."

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