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Tourismus mit großen Verlusten: Hoffnung auf Ostergeschäft

Dresden  

Tourismus mit großen Verlusten: Hoffnung auf Ostergeschäft

26.02.2021, 13:10 Uhr | dpa

Tourismus mit großen Verlusten: Hoffnung auf Ostergeschäft. Annekatrin Klepsch (Die Linke)

Annekatrin Klepsch (Die Linke), Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus, spricht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Corona-Pandemie hat auch der Tourismusbranche in Sachsen schwere Verluste beschert. Dresden und das Elbland sowie der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks meldeten am Freitag herbe Einbußen. Zugleich hoffte das Gastgewerbe im Freistaat trotz skeptischer Haltung in der Staatskanzlei auf das Ostergeschäft.

In Dresden und im Elbland brachen die Übernachtungen im vergangenen Jahr um rund 43 Prozent ein, teilte die Dresden Marketing GmbH mit. Bei den Ankünften lag das Minus bei 48 Prozent. Damit gab es im Vorjahr 1,3 Millionen weniger Gäste und 2,6 Millionen weniger Übernachtungen in Dresden und Umgebung.

Zwar habe Dresden im Vergleich zu anderen Großstädten das geringste Übernachtungsminus verzeichnet, dennoch sei die Lage schwierig, so Geschäftsführerin Corinne Miseer. "Wir haben eine Krise im Tourismus von historischem Ausmaß." Etwa die Hälfte der Betriebe in der Region habe einen Umsatzverlust von 40 bis 60 Prozent hinnehmen müssen.

Für dieses Jahr geht die Dresden Marketing GmbH von einer eher geringen Zimmerauslastung aus. Im Moment seien viele Menschen bei Buchungen eher zurückhaltend. Durch den verlängerten Lockdown dauert die Erholung zudem länger. Miseer erwartet, dass die Branche in der Region frühestens 2024 wieder das Vorkrisenniveau erreicht: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns."

Dresden will im Sommer vor allem mit Kultur punkten. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) kündigte eine Hilfe von 200 000 Euro für Feste und Festivals unter freiem Himmel an, um die Innenstadt wieder zu beleben. Zudem forderte sie vor der Bund- Länder-Schalte am 3. März eine klare Aussage, wie es mit dem Tourismus ab April weitergeht. Ostern könne ein erster Schritt für eine Belebung sein, erklärte Klepsch.

Das sieht auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) so. Es komme nun "Bewegung in die Osterfrage", teilte der Verband mit. Bei einem Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) habe man die dramatische Lage der Branche nochmals dargestellt und die Forderung nach Stufenplänen für die Wiederöffnung der Betriebe bekräftigt. Kretschmer hatte bisher keine Chancen für einen Osterurlaub gesehen.

Die Aussage Kretschmers habe zu Fassungslosigkeit bei den Unternehmen geführt, erklärte Dehoga-Vizepräsident Jens Ellinger: "Die Situation ist angespannt. Zahlreiche Betriebe stehen vor der Insolvenz. Die Befürchtung über den Verlust des existenzsichernden Ostergeschäfts sorgte für zusätzlichen Unmut und Verzweiflung in der Branche." Das Sozialministerium sei inzwischen von der "Absolutheit der Osterabsage" abgerückt. Das sei ein Hoffnungsschimmer.

Dehoga kündigte Feldversuche in Oberwiesenthal und Augustusburg an. Sie sollen zeigen, dass es möglich ist, nur Gäste und Mitarbeiter mit einem negativen Testergebnis zusammenzubringen. In kurzen Abständen von drei Tagen müsse sich jeder erneut testen, um Zugang zum Restaurant oder Hotel zu erhalten. Mit den Feldversuchen wolle man nun belegen, dass es auch bei höherer Inzidenz Tourismus geben kann.

Lockdown und das Verbot von Klassenfahrten ließen auch die Übernachtungszahlen der sächsischen Jugendherbergen einbrechen. Wie der Landesverband mitteilte, verzeichneten die Herbergen 2020 rund 147 000 Übernachtungen. 2019 waren es mit 348 000 noch mehr als doppelt so viele. Auch die Umsätze gingen im Pandemiejahr 2020 laut Verband um 40 Prozent zurück - im Jahr zuvor wurden noch rund 12,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

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