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Schulstart mit mehr Tests und Maskenpflicht

Dresden  

Schulstart mit mehr Tests und Maskenpflicht

12.04.2021, 09:27 Uhr | dpa

Schulstart mit mehr Tests und Maskenpflicht. Cornavirus - FFP3 Atemschutzmasken

Zwei FFP3 Atemschutzmasken liegen auf einem Tisch im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für Sachsens Schüler hat der Unterricht nach den Ferien mit verschärften Corona-Schutzmaßnahmen und einer Ausweitung der Testpflicht begonnen. "Der Schulbetrieb ist weitgehend problemlos wieder gestartet", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Montag auf Nachfrage. Für Schulen sowie das Landesamt für Schule und Bildung sei damit aber ein "enormer logistischer und organisatorischer Aufwand" verbunden. Pro Woche müssten rund 1,2 Millionen Selbsttests organisiert werden. Noch am Wochenende wurden die letzten Schulen mit Selbsttests versorgt, so dass zum Schulstart am Montag alle Schulen ausgerüstet seien.

Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich künftig zwei Mal statt ein Mal pro Woche selbst testen - anders als bisher gilt das nun auch für Grund- und Förderschüler. In den weiterführenden Schulen gilt zudem eine Maskenpflicht für den Unterricht. Schüler ab der fünften Klasse werden weiterhin wechselnd vor Ort und zu Hause unterrichtet. Die Pflicht zum Schulbesuch fällt vorerst weg.

Vereinzelt protestierten Eltern zum Schulstart gegen die Selbsttests und Maskenpflicht. Dabei sei es auch zu "verbalen Übergriffen" gekommen, so der Ministeriumssprecher. Die Situation zu meistern, sei für Schulleitungen und Lehrkräfte nicht immer einfach.

Kita-Gebäude dürfen Eltern zum Bringen und Abholen ihrer Kinder nur noch mit negativem Corona-Test betreten. Sonst müssen die Jüngsten draußen übergeben werden. "Das sorgt mancherorts für große Probleme", kritisierte etwa Inga Blickwede von der Diakonie Sachsen. Nicht alle Kitas könnten es baulich einrichten, zudem müsse zusätzliches Personal abgestellt werden. Außerdem verwies Blickwede auf die Kosten, die den Eltern durch Tests entstünden. "Das ist für viele eine finanzielle Hürde." Unter dem Dach der Diakonie werden in Sachsen rund 270 Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft betrieben.

Das Testen sei ein Kompromiss, um trotz der angespannten Situation Kitas und Schulen offen zu halten, betont der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen in Dresden. Gleichwohl seien die Maßnahmen mit personellem Aufwand verbunden. Die Erzieher müssten die Testnachweise von den Eltern kontrollieren und dokumentieren, die Übergabe vieler Kinder erfolge am Eingang. Das Betretungsverbot sorge bei vielen Eltern für "Unmut und Frustration", hieß es. Die wichtige Kommunikation zwischen Eltern und Bezugserziehern werde in dieser schwierigen Situation noch weiter eingeschränkt.

Unterdessen geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Sachsen wieder nach oben. Am Montag wurde die Marke von 200 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen bei mehr als 203 - damit weist bundesweit nur noch Thüringen höhere Zahlen auf. Für ganz Deutschland gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag mit rund 136 an. Noch immer, so das RKI, ist die Interpretation der Zahlen allerdings schwierig, weil es während der Osterfeiertage und -ferien vermutlich weniger Tests gab und auch weniger Ergebnisse übermittelt werden konnten.

Die Bundesregierung hatte am Samstag einen Vorschlag für bundeseinheitliche Maßnahmen gegen die dritte Corona-Welle vorgelegt. Der Entwurf für eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll nun mit den Fraktionen im Bundestag und mit den Ländern abgestimmt werden. Darin enthalten sind etwa nächtliche Ausgangsbeschränkungen bei einer Corona-Inzidenz über 100 und Schulschließungen ab einer Inzidenz von 200.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte dies kritisiert. "Das Vorgehen des Bundes ist höchstfragwürdig. Zum einen ist die Bildungshoheit der Länder in Gefahr. Zum anderen ist die reine Fixierung auf die Inzidenzwerte falsch", hatte der CDU-Politiker gesagt. Er plädierte dafür, auch die Auslastung bei den Krankenhausbetten einzubeziehen. Sachsen will bei 1300 Covid-Patienten auf den Normalstationen in den Krankenhäusern wieder schärfere Maßnahmen ergreifen. Am Sonntag waren es 1061 Patienten.

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