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Impftermine für Ü-14-Jährige: Lockerung an weiteren Schulen

Dresden  

Impftermine für Ü-14-Jährige: Lockerung an weiteren Schulen

31.05.2021, 15:39 Uhr | dpa

Impftermine für Ü-14-Jährige: Lockerung an weiteren Schulen. Impfstoff von Biontech-Pfizer

Ampullen, aus denen der Impfstoff von Biontech-Pfizer verimpft wurde. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Heranwachsende ab 14 Jahren können sich in Sachsen ab dieser Woche um einen Impftermin bemühen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Die Jugendlichen könnten demnach einen eigenen Termin in einigen Impfzentren vereinbaren. Individuelle Beratung sei besonders bei Jüngeren wichtig, betonte Kretschmer. Für unter 14-Jährige sei die enge Abstimmung mit Eltern und Arzt nötig, daher komme für diese Altersgruppe nur Hausarzt oder Kinderarzt in Frage.

Mit der Zulassung des Impfstoffes sei es möglich, dass sich Kinder und Jugendliche nun impfen lassen könnten, wenn sie es denn möchten. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Freitag grünes Licht für die EU-Zulassung des Biontech-Präparats für Kinder von 12 bis 15 Jahren gegeben. Die formale Zulassung durch die EU-Kommission stand aber zunächst noch aus.

Laut Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sind die Vorbereitungen in den Impfzentren noch nicht abgeschlossen. Für die Ärzte sei es wichtig, dass es eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gebe. "Auch für uns sind noch Fragen offen", so Kranich. Noch gebe es keine offizielle Beauftragung. Am Montag wurden mehr als 7800 neue Impftermine freigeschaltet, vor allem mit Biontech-Impfstoff. Kapazitäten hingegen gebe es noch für Impfungen mit Astrazeneca in den Impfzentren entsprechend der Vorgaben.

Zugleich verwies Michael Kretschmer darauf, dass Schulbetrieb auch ohne Impfung möglich sein müsse. "Geimpft, genesen und getestet - das sind drei Dinge, die gleichberechtigt stehen und die uns das Leben und die Normalität zu einem Großteil wieder möglich machen." Zusammen mit Kultusminister Christian Piwarz (CDU) und der Vorsitzenden des Landesschülerrates, Joanna Kesicka, stellte sich Kretschmer zum Kindertag am 1. Juni den Fragen von jungen Reportern.

Die Schülerinnen und Schüler stellten unter anderem Fragen zum verpassten Lernstoff, Digitalisierung und Sportunterricht, forderten eine bessere technische Ausstattung an den Schulen und bei künftigen Entscheidungen die Schülervertretungen stärker einzubeziehen. Während der Corona-Pandemie seien Jugendliche und Schüler nicht genügend gehört worden, kritisierte Kesicka. "Das muss sich dringend ändern."

Unterdessen kehren immer mehr Kitas und Schulen in Sachsen aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen zum Normalbetrieb zurück. Entsprechende Lockerungen gibt es ab Mittwoch (2. Juni) in Dresden, Chemnitz sowie in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig. In den Schulen gibt es dann wieder Präsenzunterricht ohne Teilung der Klassen, auch die Kitas dürfen in den Regelbetrieb ohne strikte Gruppentrennung zurückkehren.

Laut neuer Corona-Schutzverordnung, die ab Montag bis zum 13. Juni gilt, dürfen Schulen und Kitas in den regulären Betrieb übergehen, wenn die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter der Marke von 50 liegt. Zugleich sind damit weitere Lockerungen verbunden, etwa für Kontakte, Sport und Gastronomie. Als letzter Landkreis in Sachsen hatte das Erzgebirge am Montag seine Schulen im Wechselmodell geöffnet, ab Mittwoch gilt der eingeschränkte Regelbetrieb.

Damit gibt es nun keine geschlossenen Kitas und Schulen mehr in Sachsen. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sprach von einem positiven Tag. "Meine Hoffnung ist, dass wir möglichst schnell allen Schülerinnen und Schülern ein Bildungsangebot an den Schulen machen können." Es gehe nun um ein Ankommen im Schulalltag und nicht darum "auf Teufel komm raus" Lernrückstände aufzuholen. An die Lehrer appellierte er sich Zeit zu nehmen, um Lerndefizite zu erfassen. Wenn es die Zahlen zulassen, stellte Piwarz ab Mitte Juni Klassenfahrten in Sachsen und Deutschland in Aussicht.

Ziel für das kommende Schuljahr ist laut Piwarz der Regelbetrieb auch unter Pandemiebedingungen. Man dürfe nicht noch einmal in so eine Situation wie mit der Bundesnotbremse kommen, betonte er. Diese sieht Schulschließungen bei hohen Infektionszahlen vor. Zugleich sprach sich Piwarz zwar für Impfangebote für Kinder und Jugendliche aus, diese dürften jedoch nicht zur Bedingung für Regelbetrieb an den Schulen gemacht werden.

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßte die Öffnung von Schulen und Kitas. Nun bräuchten Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte Zeit für die Aufarbeitung. Dabei stehe jedoch der Personalmangel an den Schulen der Bewältigung der Krisenfolgen "massiv im Weg", so die Landesvorsitzende Uschi Kruse. Das sei zentrale Aufgabe der Politik. Zugleich mahnte Kruse in der Pandemie weiter zur Vorsicht. Vor genau einem Jahr habe der Inzidenzwert in Sachsen bei 1,7 gelegen.

In Sachsen ist die Rate der Neuinfektionen wieder leicht gestiegen. Landesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag laut Zahlen des Robert Koch-Instituts bei 42,0, am Vortag war ein Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen von 39,3 registriert worden.

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