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NRW-Verfassungsschutz achtet auf IS-Rückkehrerinnen

Düsseldorf  

NRW-Verfassungsschutz achtet auf IS-Rückkehrerinnen

21.10.2019, 08:07 Uhr | dpa

Bei der befürchteten Rückkehr deutscher Islamisten aus dem nordsyrischen Konfliktgebiet will der NRW-Verfassungsschutz besonders auf radikalisierte Frauen und Kinder achten. Es gehe darum, "die Ausbreitung ihrer Hass-Ideologie" zu stoppen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Ein Netzwerk aus Verfassungsschutz, Jugendämtern und Schulen solle dabei helfen. Handlungsempfehlungen würden derzeit erarbeitet. "Auf Dauer müssen wir alles daransetzen, diese Leute wieder zu entradikalisieren, damit sie keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen", sagte Reul zum Umgang mit Rückkehrern aus den IS-Gebieten. "Wichtigstes und erstes Ziel ist es, zu verhindern, dass diese oft kampferprobten Menschen hier wieder Straftaten begehen."

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums halten sich derzeit noch etwa 110 Personen aus NRW in den Dschihad-Gebieten - insbesondere Syriens und des Iraks - auf. Wie viele der aus Deutschland stammenden IS-Kämpfer die türkische Militäroffensive zur Flucht aus Haftanstalten und Lagern in Nordsyrien genutzt haben, ist unbekannt. Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ihre Angehörigen waren zuletzt in Lagern festgehalten worden, die von kurdischen Gruppen kontrolliert wurden.

Wie viele tatsächlich vorhaben zurückzukommen, kann das NRW-Innenministerium nicht sagen. Klar sei aber: "Von möglichen Rückkehrern geht in vielen Fällen eine erhebliche Gefahr aus, weil sie an Waffen ausgebildet und kampferfahren sind, weil sie die gewaltbereite dschihadistische Ideologie verinnerlicht haben und weil sie unsere Lebensweise zutiefst verachten."

Von ideologisierten weiblichen Rückkehrern gehen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden langfristig genauso große Risiken aus wie von Männern. "Sie vernetzen die Szene und tragen die Jihad-Ideologie an ihre Kinder und andere Frauen weiter", berichtete das Düsseldorfer Innenministerium. Derzeit hielten sich rund 300 Minderjährige mit Bezügen nach Deutschland in den Kriegsgebieten auf. "Sie sind Opfer des IS, des Krieges und der Ideologie ihrer Eltern."

Bei jüngeren Kindern bis sieben Jahre müsse damit gerechnet werden, dass sie traumatisiert seien. Bei älteren Kindern und Jugendlichen seien Radikalisierung und Ideologisierung nicht auszuschließen.

Derzeit sind in NRW 249 Personen als "Gefährder" eingestuft - deutschlandweit sind es nach jüngsten Angaben des Bundesinnenministeriums 688. In NRW sind 233 der Gefährder dem Bereich "politisch motivierte Kriminalität - religiöse Ideologie" zugeordnet. Von ihnen sind nach Zahlen des Landesinnenministeriums 106 als "aktionsfähig" registriert - das heißt, weder in Haft, noch im Ausland oder als "mutmaßlich in Kriegsgebieten getötet" verzeichnet.

Derzeit seien in NRW 45 islamistische Terroristen inhaftiert, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Für Inhaftierte aus diesem Spektrum gebe es in NRW Ausstiegs- und Deradikalisierungsprogramme. Wie viele darüber hinaus im Ausland inhaftiert oder als Gefährder eingestuft sind, sei unbekannt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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