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Kirche will Schutz vor sexualisierter Gewalt stärken

Düsseldorf  

Kirche will Schutz vor sexualisierter Gewalt stärken

14.01.2020, 15:37 Uhr | dpa

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) will ihren Schutz vor sexualisierter Gewalt nochmals intensivieren. Beispielsweise solle die entsprechende Fortbildung von ehrenamtlichen Leitern von Jugendfreizeiten und Kinderchören verstärkt werden, teilte die zweitgrößte evangelische Landeskirche Deutschlands am Dienstag am Rande ihrer Synode in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Ihre bereits 2003 verabschiedeten Leitlinien samt einer "Null-Toleranz-Politik" wollte das Kirchenparlament morgen erstmals als Gesetz beschließen.

Alle Mitarbeiter der EKiR, die sich über Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland erstreckt, müssen demnach bei ihrer Einstellung und dann alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Rechtskräftig wegen entsprechender Straftaten verurteilte Bewerber können keine Stelle in der Kirche bekommen. Alle Mitarbeiter müssen Verdachtsfälle melden.

Laut der EKiR ist seit 2003 gegen 29 Pfarrerinnen und Pfarrer ein straf- und/oder disziplinarrechtliches Verfahren eingeleitet worden. Derzeit seien sechs Verfahren anhängig, davon drei bei der Staatsanwaltschaft. Eine unabhängige Kommission habe in 20 Fällen Geldzahlungen an Opfer positiv beschieden, dabei in sieben Fällen mit Pfarrern als Tätern.

Die Ansprechpartnerin für Opfer sexualisierter Gewalt in der EKiR, Claudia Paul, sagte, manche Opfer wollten nur, dass die Kirche von den Taten erfahre. Andere bitten laut Paul zum Beispiel um Hilfe bei Anträgen auf Entschädigung oder bei der Erstattung von Strafanzeigen.

Beschäftigte der katholischen Kirche müssten seit 2010 ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Die Pflicht zur Vorlage gelte für Mitarbeitende und ehrenamtlich Tätige, die in Kontakt mit Mädchen und Jungen sowie jungen Frauen und Männern stünden.

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