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Düsseldorf: Heizpilze könnten bald verboten werden

Klimaschädliche Wärmespender  

Heizpilze könnten in Düsseldorf bald verboten werden

Von Sandra Langen-Straeter

03.02.2020, 11:28 Uhr
Düsseldorf: Heizpilze könnten bald verboten werden. Auf einem Plakat ist ein durchgestrichener Heizpilz abgebildet: Der Düsseldorfer Jugendrat ist für ein Verbot in der Gastronomie. (Quelle: imago images/Stefan Zeitz/Symbolbild)

Auf einem Plakat ist ein durchgestrichener Heizpilz abgebildet: Der Düsseldorfer Jugendrat ist für ein Verbot in der Gastronomie. (Quelle: Stefan Zeitz/Symbolbild/imago images)

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Düsseldorf muss sich mit einem Verbot von Heizpilzen in der Gastronomie auseinandersetzen. Der Ausschuss reagiert damit auf einen Antrag des Jugendrats der Landeshauptstadt. t-online.de-Autorin Sandra Langen-Straeter hat mit dem Antragsteller gesprochen.

Der Düsseldorfer Jugendrat hat vergangene Woche einen Antrag für ein Heizpilzverbot in der Gastronomie einstimmig angenommen. Somit kommt das Thema jetzt beim Ordnungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Düsseldorf auf die Tagesordnung und könnte bald Realität in Kneipen, Cafés und Restaurants werden.

Klimaschädlich seien sie, die Wärmespender in der Außengastronomie, so die Begründung von Lukas Mielczarek, Antragsteller und stellvertretender Sprecher des Jugendrates. Wird ein Heizpilz auf maximaler Leistung betrieben, stoße er bis zu 3,5 Kilogramm CO2 pro Stunde aus. Außerdem seien die gasbetriebenen Außenheizungen ohnehin ineffizient, heißt es weiter in dem Antrag, da die meiste Wärme nach oben entweiche.

Mielczarek im Gespräch mit t-online.de: "Ein Heizpilz ist genauso klimaschädlich wie ein Auto mit einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern. Wir können mit sehr wenig Aufwand sehr viel CO2 einsparen." Wenn er durch die Düsseldorfer Altstadt gehe, sehe er sehr viele Heizpilze auf engem Raum. "Ich weiß nicht, ob die bei den milden Temperaturen, die wir durch den Klimawandel ohnehin haben, überhaupt in dieser Konzentration notwendig sind."

Es soll Ausnahmen geben

Strombetriebene Infrarotstrahler seien keine Alternative, so Mielczarek, sie seien ähnlich schädlich. Eine Ausnahme soll es laut Antrag geben: Wenn der Strom für die Außenheizung mit Solarzellen auf dem Dach der Gastronomie erzeugt werde, dürfe sie betrieben werden. Das soll den Solarausbau voranbringen. Mielczarek weiter: "Das rentiert sich für die Betreiberinnen und Betreiber. Sie tätigen zwar einmal eine Investition, aber die Dauerkosten für den Betrieb der Heizstrahler haben sie nicht mehr." Die Energieagentur NRW habe errechnet, dass der Betrieb eines Heizpilzes pro Stunde ein oder zwei Euro kostet. "Das braucht man gar nicht hochzurechnen, für die Gastronomen ist es effizienter, den erneuerbaren Weg zu gehen." Mielczarek empfiehlt, sich über Förderprogramme schlau zu machen, hier will der Jugendrat die Stadt motivieren, entsprechende Beratungen anzubieten.

Das Sprecher-Team des Düsseldorfer Jugendrates: Sprecherin Nada Haddou-Temsamani, erster Stellvertreter Lukas Mielczarek und zweite Stellvertreterin Celine Holz.  (Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister)Das Sprecher-Team des Düsseldorfer Jugendrates: Sprecherin Nada Haddou-Temsamani, erster Stellvertreter Lukas Mielczarek und zweite Stellvertreterin Celine Holz. (Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf/Uwe Schaffmeister)

Seinen Argumenten ist der Jugendrat am vergangenen Donnerstagabend gefolgt und der Antrag mit dem Titel "#Klimanotstand – Gasheizpilze abschaffen" wurde einstimmig angenommen. Von 31 Mitgliedern waren bei der Sitzung 28 Personen anwesend, es gab drei Enthaltungen.

Antragsrecht des Jugendrates ist bindend

Damit kann der Jugendrat nun von seinem Antragsrecht im Stadtrat Gebrauch machen und der Ordnungs- und Verkehrsausschuss muss sich bei seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen. Wenn das Gremium den Antrag annimmt, kann daraus zum Beispiel in Form einer Satzung ein stadtweites Heizpilzverbot in der Gastronomie durchgesetzt werden.

Lukas Mielczarek, der auch Jugendratsvertreter im Ausschuss ist, wird bei der Sitzung dabei sein und den Antrag vorstellen. Ob das Heizpilzverbot dort ausreichend Befürworter findet, bleibt abzuwarten. Mielczarek geht positiv an den Termin ran: "Die Stadt hat den Klimanotstand ausgerufen, entsprechend ist es unsere Jugendratsmeinung, dass sie zu dem Antrag positiv abstimmen müsste."

Der junge Mann ist sich sicher, dass die Düsseldorfer ohne Heizpilze auskommen, schließlich funktioniert es in anderen Städten auch. Decken auszulegen sei eine klimafreundliche Alternative. Das Hamburger Schanzenviertel hat ein Verbot, ebenso wie einige Bezirke in Berlin. "Ich habe vor kurzem erfahren, dass es auch in Köln Einschränkungen gibt. Und wenn Köln eine Altstadt ohne Heizpilze unterhalten kann, dann können wir das doch auch", fügt Mielczarek lachend hinzu.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Lukas Mielczarek, stellvertretender Sprecher des Düsseldorfer Jugendrats
  • Stadt Düsseldorf

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