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Hessen von Corona-Kurzarbeit weniger getroffen

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Hessen von Corona-Kurzarbeit weniger getroffen

29.06.2020, 09:51 Uhr | dpa

Der Arbeitsmarkt in Hessen ist von der Corona-Krise weniger stark getroffen worden als in anderen Regionen. Darmstadt, Wiesbaden oder auch der Hochtaunuskreis gehören laut einer Auswertung der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung bundesweit zu den Regionen mit den geringsten Kurzarbeitsanmeldungen. Auch der direkte Anstieg der Arbeitslosigkeit erreichte in Hessen keine Spitzenwerte.

Insbesondere deutschen Städte und Kreise mit starker Autobranche wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit auf, heißt es in der Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. So seien im März und April an den VW-Standorten Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für mehr als die Hälfte aller dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt worden. Kassel hatte mit 43,2 Prozent den höchsten Wert in Hessen. Der bundesweite Durchschnitt habe im April gut 31 Prozent betragen.

Überdurchschnittlich viel Kurzarbeit sei auch in Tourismusregionen angemeldet worden. So wiesen die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald (41,4 Prozent), Oberallgäu (40,4 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (35,1 Prozent) hohe Quoten auf. An der Nord- und Ostseeküste treffe dies unter anderem auf Wittmund (35,6 Prozent), Ostholstein (34,7 Prozent) und Vorpommern-Rügen (35,5 Prozent) zu.

Die Forscher hatten Regionaldaten der Bundesagentur für Arbeit zur angemeldeten Kurzarbeit ausgewertet. Diese Zahlen dürften deutlich höher sein als die der tatsächlich kurzarbeitenden Beschäftigten. Die Unternehmen hätten oft vorsorglich für größere Gruppen Kurzarbeit angemeldet. Regionale Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit würden erst in einigen Monaten vorliegen.

Trotz des massenhaften Einsatzes der Kurzarbeit sei aber auch die Arbeitslosigkeit gestiegen. Besonders starke coronabedingte Zuwächse der Arbeitslosenquoten hatten nach WSI-Berechnungen Vorpommern-Rügen (3,2 Prozentpunkte) und Wittmund in Ostfriesland (2,6 Prozentpunkte) zu verkraften. In Hessen waren die Städte Offenbach (2,1 Prozentpunkte) und Frankfurt (2,0 Prozentpunkte) am stärksten betroffen. Im Vorgelsbergkreis (0,3 Prozentpunkte) wurden hingegen bundesweit die geringsten Effekte registriert.

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