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Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin gestartet

Düsseldorf  

Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin gestartet

25.02.2021, 02:32 Uhr | dpa

Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin gestartet. Landgericht Düsseldorf

Der Schriftzug "Landgericht Düsseldorf" hängt an der Fassade des Landgerichts. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Leverkusen muss sich seit Donnerstag in Düsseldorf vor Gericht verantworten. Der 35-Jährigen werden Kriegsverbrechen, Menschenhandel und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Beim Prozessauftakt kündigte die Angeklagte an, sich am nächsten Verhandlungstag zu den Vorwürfen äußern zu wollen.

Die Frau soll im Februar 2015 mit ihrer damals dreijährigen Tochter nach Syrien ausgereist sein und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. Zum Putzen und Aufräumen soll die inzwischen dreifache Mutter eine vom IS versklavte Jesidin ausgenutzt haben. "Mit der Einreise in das Krisen- und Kriegsgebiet hat die Angeklagte ihre Fürsorgepflicht für das Kind grob verletzt", sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft. "Sie hat ihre Tochter in Lebensgefahr gebracht."

Nur zwei Tage nach ihrer Ankunft im syrischen Rakka soll die Angeklagte durch die Vermittlung eines IS-Heiratsbüros den hochrangigen IS-Terroristen Ismail S. aus Husum geheiratet haben. Dem Paar seien zunächst in Rakka und später im ostsyrischen Al-Mayadeen mehrere Wohnungen in Häusern zugewiesen worden, deren Bewohner vom IS getötet oder vertrieben worden waren.

In Al-Mayadeen habe die Angeklagte die Sklavin ihrer Freundin Sarah O. aus Konstanz ausgenutzt, um sich von ihr den Haushalt putzen und aufräumen zu lassen. Sarah O. wird seit mehr als eineinhalb Jahren ebenfalls in Düsseldorf vor dem Oberlandesgericht der Prozess gemacht.

Anfang März 2020 war die Leverkusenerin mit ihren Kindern in kurdische Gefangenschaft geraten. Bei ihrer Einreise am Frankfurter Flughafen war sie festgenommen worden, seither sitzt sie in Untersuchungshaft. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat für den Fall zunächst 14 Verhandlungstage bis 22. April eingeplant. Bei einer Verurteilung droht der Deutschen eine mehrjährige Haftstrafe.

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