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Raubkunst: Düsseldorf für Rückgabe von Franz-Marc-Gemälde "Die Füchse" gelobt

Jahrelanger Raubkunst-Streit  

Düsseldorf wird für Rückgabe von Franz-Marc-Gemälde gelobt

30.04.2021, 12:30 Uhr | dpa

Raubkunst: Düsseldorf für Rückgabe von Franz-Marc-Gemälde "Die Füchse" gelobt. Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc (1880-1916), das sich derzeit im Besitz der Stadt Düsseldorf befindet (Archivbild): Die Stadt will es an die Nachkommen des Besitzers zurückgeben. (Quelle: dpa/Kusch)

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc (1880-1916), das sich derzeit im Besitz der Stadt Düsseldorf befindet (Archivbild): Die Stadt will es an die Nachkommen des Besitzers zurückgeben. (Quelle: Kusch/dpa)

Nach der Entscheidung in Düsseldorf, das wertvolle Gemälde "Die Füchse" zurückzugeben, fallen die Reaktionen positiv aus. Damit werde "eine späte Korrektur nationalsozialistischen Unrechts" dargestellt, wie eine Organisation mitteilte.

Die Claims Conference hat die Entscheidung des Stadtrats in Düsseldorf für die Rückgabe eines bedeutenden Gemäldes von Franz Marc an die Nachkommen des einstigen jüdischen Besitzers begrüßt. "Die spezifischen Gegebenheiten des Falles finden in dieser Entscheidung ebenso Berücksichtigung wie die moralische Komponente", erklärte Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland, am Freitag.

Die 1951 gegründete Organisation setzt sich für die Durchsetzung von Ansprüchen von Holocaust-Überlebenden ein. Die Claims Conference unterstützt auch Maßnahmen zur Restitution von Kunst und Kulturgütern aus jüdischem Besitz.

Der Düsseldorfer Stadtrat hatte am Donnerstag beschlossen, das expressionistische Werk "Die Füchse" von Franz Marc an die Erben des einstigen Besitzers Kurt Grawi (1887-1944) zurückzugeben. Vorausgegangen war ein jahrelanger Raubkunst-Streit. Zuletzt hatte die Beratende Kommission für Raubkunstfälle die Rückgabe empfohlen.

Gemälde aus Not verkauft

"Für die Grawi-Erben, unter ihnen die Ehefrau eines der beiden gleichfalls verfolgten Stiefsöhne, stellt die Rückgabe des Kunstwerks eine späte Korrektur nationalsozialistischen Unrechts dar", sagte Mahlo.

Der Bankier Grawi habe nach seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen mit zehn Reichsmark in der Tasche aus Deutschland flüchten müssen, sagte Mahlo. Dieses eine Gemälde habe er aus Deutschland heimlich ins Ausland bringen lassen und verkauft. Ohne die nationalsozialistische Verfolgung und die durch sie absichtlich herbeigeführte wirtschaftliche Notlage hätte sich Grawi nicht von dem Gemälde getrennt, das zu den Schlüsselwerken des deutschen Expressionismus zähle, so Mahlo.

Das auf mindestens 14 Millionen Euro geschätzte kubistische Gemälde kam 1962 als Schenkung nach Düsseldorf und gehört zu den Spitzenwerken des Museums Kunstpalast. Über die Rückgabe des Werks hatte es eine kontroverse Debatte gegeben, da das Bild erst nach der Emigration Grawis im Ausland verkauft worden war.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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