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Soziologe sieht wachsenden AfD-Einfluss auf Betriebsräte

Erfurt  

Soziologe sieht wachsenden AfD-Einfluss auf Betriebsräte

18.09.2019, 14:56 Uhr | dpa

Der Jenaer Soziologe Klaus Dörre sieht einen wachsenden Einfluss der rechtspopulistischen AfD auf Arbeitnehmervertretungen in Ostdeutschland. AfD-Positionen seien inzwischen bei Betriebs- und Personalvertretungen und damit in den Belegschaften der Unternehmen angekommen, sagte der Jenaer Professor am Mittwoch auf einer Betriebs- und Personalrätekonferenz in Erfurt. "Das kann ein Sprengsatz für die Solidarität der Arbeitnehmer sein." Dörre verwies auf Studien der Jenaer Soziologen unter anderem in Sachsen.

Nach seinen Angaben haben bei den Landtagswahlen Anfang September auch viele Arbeiter die AfD gewählt. In Brandenburg hätten mehr als 40 Prozent der Arbeiter bei der AfD ihr Kreuz gemacht, in Sachsen etwa 35 Prozent. Auch bei männlichen Gewerkschaftsmitgliedern habe die Partei gepunktet.

"Arbeitnehmer nutzten die AfD, um Protest zu signalisieren", sagte Dörre. Zudem würden sie "gezielt von der radikalen Rechten angesprochen". Vereinzelt gebe es bei Betriebsratswahlen bereits rechtsoppositionelle Kandidatenlisten.

Ein Grund für die Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher seien die noch immer geringeren Löhnen als in Westdeutschland - in der Autozulieferindustrie betrage das Einkommensgefälle im Schnitt etwa ein Drittel. "Schlechte Löhne führen aber nicht automatisch zur AfD." Auch vergleichsweise gut bezahlte Ingenieure seien gekränkt, weil sie weniger verdienten als ihre Kollegen in Westdeutschland.

Der Wissenschaftler sieht die Gefahr, dass der wachsende Einfluss der AfD sich negativ auf Investitionsentscheidungen auswirken kann. "Unternehmen überlegen, ob sie investieren, wo die radikalen Rechten auf dem Vormarsch sind."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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