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Afrikanische Schweinepest versetzt Thüringer Bauern in Sorge

Waltershausen  

Afrikanische Schweinepest versetzt Thüringer Bauern in Sorge

09.12.2019, 05:10 Uhr | dpa

Afrikanische Schweinepest versetzt Thüringer Bauern in Sorge. Schwein

Die Nase einer Sau aufgenommen auf einem Biohof. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher an Deutschland heran und versetzt Thüringens Bauern in große Sorge. Zwar seien die meisten Ställe gegen das Einschleppen von Keimen abgeriegelt, sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS), André Telle, der Deutschen Presse-Agentur. Bei einem Ausbruch in Deutschland sei aber zu befürchten, dass andere Länder Importe von deutschem Schweinefleisch verbieten - mit massiven Folgen auch für die Erlöse Thüringer Bauern.

"Die Abnahme wäre dann nicht mehr gesichert", erklärte Telle. Dabei hätten die Preise für Schweinefleisch wegen der gestiegenen Nachfrage im Ausland gerade ein für die Bauern akzeptables Niveau erreicht, nachdem sie lange Verluste einfahren mussten. Aktuell liege er bei etwas mehr als 2 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. "Das ist ein Preis, den das Fleisch verdient hat."

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt von Osten näher an Deutschland heran. Polnische Behörden hatten vorige Woche gemeldet, dass das Virus bei einem Wildschwein nur rund 40 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt nachgewiesen wurde. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, für Schweine aber tödlich.

Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums in Erfurt bereiten sich die Thüringer Behörden schon seit dem ersten in der EU bekanntgewordenen Ausbruch 2014 auf den Ernstfall vor. Dazu habe es mehrere Übungen - auch länderübergreifend - gegeben, erklärte Ministeriumssprecher Stefan Wogawa. So sollen bei einem Ausbruch betroffene Gebiete durch elektrische Wildzäune abgeschirmt werden. Zudem müssen infizierte Wildschweine gefunden, geborgen und entsorgt werden, um weitere Infektionen zu verhindern. Den Angaben zufolge tragen aber nicht nur Wildschweine, sondern auch Menschen durch unachtsames Handeln zur Ausbreitung der Viren über größere Entfernungen bei.

"Wenn die ASP in einem Nutztierbestand ausbricht, ist alles vorbei", betonte Telle, der selbst Schweine im ostthüringischen Wurzbach hält. "Wichtig ist daher, dass alle Schweinehalter die Biosicherheit in ihren Ställen hoch halten und ihre Mitarbeiter sensibilisieren." Dazu gehöre, dass jeder, der in einen Stall komme, sich duschen und die komplette Kleidung inklusive Schuhe wechseln müsse. Außerdem sind die Anlagen umzäunt. Wegen der Übertragung durch Wildschweine hält Telle auch eine verstärkte Jagd für sinnvoll. "Das wird diese Seuche aber leider auch nicht aufhalten können."

In Thüringen wurden zuletzt etwa 719 400 Schweine zur Zucht und Mast gehalten - fast ausschließlich konventionell. Laut IGS erwirtschaftet die Branche einen Jahresumsatz von etwa 157 Millionen Euro und beschäftigt mehr als 800 Arbeitskräfte.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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