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Trickbetrug: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen

Erfurt  

Trickbetrug: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen

15.01.2020, 13:56 Uhr | dpa

Trickbetrug: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen. Statue der Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Betrugsprozess um Anrufe von falschen Polizisten hat die Staatsanwaltschaft für die drei Angeklagten mehrjährige Freiheitsstrafen gefordert. Sie hätten sich in sieben Fällen des Betrugs beziehungsweise der Beihilfe dazu strafbar gemacht, sagte die Staatsanwältin am Mittwoch vor dem Landgericht Erfurt. Aus den Reihen der Verteidiger der angeklagten jungen Männer kam ein deutliches Veto. Sie konnten in den ihren Mandanten vorgeworfenen Taten noch nicht einmal Beihilfe zum Betrug, sondern höchstens Begünstigung erkennen und forderten mildere Strafen.

Die Angeklagten im Alter von 20 bis 23 Jahren hatten bereits eingeräumt, in die Betrügereien verwickelt gewesen und als Abholer tätig gewesen zu sein. Anfang 2019 hatten mehrere Senioren in Erfurt Anrufe von angeblichen Polizeibeamten oder Staatsanwälten erhalten. Diese brachten die Senioren durch Lügenkonstrukte dazu, Geld und Wertgegenstände an von den Anrufern diktierten, frei zugänglichen Orten zu deponieren. Das Trio soll das Geld dann abgeholt haben. Dabei sollen sie mindestens 190 000 Euro erbeutet haben. Die Polizei kam ihnen durch Telefonüberwachung auf die Spur.

Auf sechs Jahre und sechs Monate Gesamtfreiheitsstrafe plädierte die Staatsanwaltschaft im Falle des 23-Jährigen, der Kontakt mit den Hintermännern gehabt haben soll. Er hatte zuvor erklärt, einen Anruf von einem Unbekannten erhalten zu haben. Dieser habe ihm angeboten, Drogenschulden zu tilgen, wenn er Dinge abhole. Da er selbst keinen Führerschein habe, seien sie zu dritt gefahren.

Da die zwei Mitangeklagten zum Tatzeitpunkt noch als Heranwachsende galten, sollten diese nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Jugendstrafen in Höhe von zwei Jahren und neun Monaten sowie im Beihilfefall in Höhe von zwei Jahren und drei Monaten erhalten. Zudem wurde von dem Trio eine Entschädigung in Gesamthöhe von mehr als 230 000 Euro gefordert.

Die Verteidigung fordert dagegen für den ältesten Angeklagten eine Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Für die beiden Jüngeren plädierten die Anwälte darauf, wenn überhaupt, Arrest in Betracht zu ziehen. Dieser sei aber durch die bereits abgesessenen Untersuchungshaftzeiten als verbüßt anzusehen. Die Verteidiger betonten, dass ihre Mandanten lediglich als Abholer involviert gewesen seien.

Die unbekannt gebliebenen Anrufer setzten die Senioren nach Darstellung der Staatsanwältin enorm unter Druck. Sie erzählten den Opfern etwa, dass sie kurz dafür stünden, ausgeraubt zu werden oder dass sie bei der Aufklärung etwa von Falschgeldfällen helfen sollten.

Die so getäuschten Rentner räumten teilweise ihre Sparbücher und Konten leer. In einigen Fällen habe es sich quasi um die gesamten Ersparnisse gehandelt, so die Staatsanwältin. In einem Fall summierte sich der Betrag auf mehr als 75 000 Euro. Anschließend packten die Opfer Geldscheine, aber etwa auch Schmuck in Kartons und Tüten und platzierten diese an vereinbarten Orten. Dorthin steuerten die Anrufer dann das Trio aus Bremen.

Ein Urteil wird am nächsten Verhandlungstag am 29. Januar erwartet.

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