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"Streiter für die Kultur": Trauer um Hans-Peter Jakobson

Erfurt  

"Streiter für die Kultur": Trauer um Hans-Peter Jakobson

29.01.2020, 10:57 Uhr | dpa

"Streiter für die Kultur": Trauer um Hans-Peter Jakobson. Hans-Peter Jakobson

Hans-Peter Jakobson. Foto: Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Der erste Präsident des Thüringer Museumsverbandes, Hans-Peter Jakobson, ist tot. Er starb vorige Woche im Alter von 72 Jahren, wie der Verband und die Stadt Gera am Mittwoch auf Anfrage bestätigten. Jakobson sei ein engagierter Interessensvertreter der Museen im Freistaat und ein "unbeirrter Streiter für die Thüringer Kultur" gewesen, sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. "Thüringen verliert einen leidenschaftlichen Kulturenthusiasten."

Jakobson habe den Verband mit großem Engagement nach der deutschen Wiedervereinigung aufgebaut und ihm bis 2003 vorgestanden, würdigte die Spitze des Museumsverbandes. Von 1989 bis zu seiner Pensionierung leitete er zudem das Museum für Angewandte Kunst in Gera. Jakobson habe dem Haus ein "unverwechselbares Profil" verliehen.

Der Kulturwissenschaftler galt als profunder Kenner des Kunsthandwerks und hat sich nicht nur als Kurator einen Namen gemacht; er sorgte auch für die Erweiterung der Sammlung des Geraer Museums etwa durch bedeutende Schenkungen von Sammlern wie dem Ehepaar Ingrid und Werner Welle aus Paderborn. Zudem rief er 1992 den Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie ins Leben.

Zu DDR-Zeiten gehörte Jakobson zu einer Reihe Ostthüringer Kulturschaffender wie der Liedermacher Stefan Krawczyk, die Musiker Matthias Görnhardt und Bernd Rönnefahrt sowie der Puppenspieler Frank Karbstein, die von der Stasi systematisch bespitzelt und "zersetzt" werden sollten. Dabei machte die Staatssicherheit beim Künstlerverband der DDR massiv gegen Jakobson mobil und behinderte sein berufliches Weiterkommen, wie eine Studie der Universität Jena und der Stasi-Unterlagenbehörde von 2014 belegt.

Über den Tod Jakobsons hatten am Mittwochmorgen die "Ostthüringer Zeitung" und die "Thüringische Landeszeitung" berichtet.

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