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Erfurt: Kunsthalle zeigt Bilder des Ex-Polizisten Arnold Odermatt

Unfallfotos ohne Blut  

Kunsthalle Erfurt zeigt Bilder eines Ex-Polizisten

13.02.2020, 12:40 Uhr | dpa

Erfurt: Kunsthalle zeigt Bilder des Ex-Polizisten Arnold Odermatt. Drei Schweizer Polizisten bei einer Schießübung: Diese und weitere Fotografien von Arnold Odermatt zeigt die Kunsthalle Erfurt. (Quelle: Arnold Odermatt/Urs Odermatt/Kunsthalle Erfurt)

Drei Schweizer Polizisten bei einer Schießübung: Diese und weitere Fotografien von Arnold Odermatt zeigt die Kunsthalle Erfurt. (Quelle: Arnold Odermatt/Urs Odermatt/Kunsthalle Erfurt)

Der Polizist Arnold Odermatt hat Unfälle fotografiert und den Alltag bei den Ermittlungen festgehalten. Seine renommierten Bilder sind nun in der Erfurter Kunsthalle zu sehen.

Erst spät ist Arnold Odermatt Ruhm zuteil geworden, aber der fiel gleich international aus. Die Unfallfotos des Ex-Polizisten waren 2001 auf der Biennale in Venedig zu sehen und gingen dann um die Welt. Ab Samstagabend zeigt nun die Kunsthalle Erfurt bis zum 26. April Aufnahmen, die der inzwischen 94 Jahre alte Odermatt während seiner Dienstjahre von zerbeulten Unfallwagen, aber auch vom Alltag bei der Polizei und in der Schweiz machte.

"Auf der eine Seite hat Odermatt als Polizist Fotos als Beweissicherung gemacht, aber er kehrte häufig später an die Unfallorte zurück, nachdem Opfer abtransportiert waren, um weiter zu fotografieren", erklärte der Direktor der Kunstmuseen Erfurt, Kai Uwe Schierz.

Arnold Odermatt am Tag seines 90. Geburtstags vor seinen Fotografien in der Galerie Springer: Nun werden in Erfurt seine Werke zu sehen sein. (Quelle: imago images/Future Image/Archiv)Arnold Odermatt am Tag seines 90. Geburtstags vor seinen Fotografien in der Galerie Springer: Nun werden in Erfurt seine Werke zu sehen sein. (Quelle: Future Image/Archiv/imago images)

Blut und Verletzte sind in der Serie "Karambolage" nicht zu sehen. Fast wie melancholische Stillleben wirken Heckteile mit Dellen, gequetschte Motorhauben und Bremsspuren. Aufnahmen aus den Serien "Im Dienst" oder "In Zivil" beinhalten dagegen durchaus komische Alltagsmomente. Insgesamt mehr als 180 Abzüge hat Kurator Daniel Blochwitz für die Schau "Arnold Odermatt – Polizist, Photograph, Schweizer" ausgewählt.

Fotografie damals noch "neu"

Odermatt wurde 1925 in Oberdorf im Kanton Nidwalden geboren. 1948 ging er zur Polizei und erreichte, dass er statt Zeichnungen das "neue Medium Fotografie" zur Unfalldokumentation einsetzen durfte. So konnte er Hobby und Beruf verbinden. 1990 ging er in den Ruhestand. Sein Sohn Urs entdeckte die Fotografien und machte sich von der Qualität beeindruckt daran, die Aufnahmen zu herauszugeben.

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören neben Führungen auch Filmvorführungen, bei denen Urs Odermatt dabei sein soll. Eröffnet wird die Schau am Samstagabend.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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