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Erfurt: Karnevalsverband sieht sich gegen Rechte gewappnet

"Nötiges Feingefühl"  

Thüringer Karnevalsverband sieht sich gegen Rechte gewappnet

17.02.2020, 11:28 Uhr | dpa

Erfurt: Karnevalsverband sieht sich gegen Rechte gewappnet. Impression vom Karnevalsumzug in Erfurt: Der Verband der Thüringer Karnevalvereine hofft darauf, dass sich keine Rechtsextremen unter die Umzüge mischen. (Quelle: imago images/Karina Hessland/Archiv)

Impression vom Karnevalsumzug in Erfurt: Der Verband der Thüringer Karnevalvereine hofft darauf, dass sich keine Rechtsextremen unter die Umzüge mischen. (Quelle: Karina Hessland/Archiv/imago images)

Vertreter der rechtsextremen Identitären Bewegung haben sich im vergangenen Jahr an einem Umzug einer Thüringer Faschingsgesellschaft beteiligt. Das soll in diesem Jahr nicht passieren.

Der Landesverband Thüringer Karnevalvereine (LTK) in Erfurt sieht seine Mitglieder vor einer Vereinnahmung des Faschings durch Rechte gefeit. Er vertraue darauf, dass es in Vereinen vor Ort eine ausreichend große Sensibilität dafür gebe, sagte LTK-Präsident Michael Danz der Deutschen Presse-Agentur.

Handreichungen für die Mitgliedsvereine zum Erkennen rechter Umtriebe unter dem Vorwand der Narrenfreiheit gibt es Danz zufolge bislang nicht. "In den allermeisten Fällen ist das notwendige Feingefühl dafür ja auch da." Die durch den Karneval ausgedrückte Gesellschaftskritik sei zwar scharf, aber auf dem Boden des Grundgesetzes zumutbar.

"Rechte nicht auf dem Schirm gehabt"

Vor einem Jahr hatten sich Vertreter der rechtsgerichteten Identitären Bewegung an einem Faschingsumzug in Neustadt/Orla beteiligt. Sie hatten sich nach damaligen Aussagen der dortigen Karnevalsgesellschaft Duhlendorf regulär für den Umzug angemeldet. Deren Präsident Christian Thuy bekundete seinerzeit, dies "nicht auf dem Schirm" gehabt zu haben. Erst im Nachhinein sei der Verein durch Zuschauer auf diese Gruppierung aufmerksam gemacht worden.

"Das hat mit dem Karneval, wie wir ihn leben, nichts zu tun. Davon distanzieren wir uns eindeutig", betonte Danz. Bereits im Thüringer Verfassungsschutzbericht 2017 war die Identitäre Bewegung dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet worden. Die Gruppe hat französische Wurzeln und ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. Sie versucht vor allem Themen wie Zuwanderung zu instrumentalisieren. Seit Sommer 2019 stufen die Verfassungsschützer die Gruppierung als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt ein.

Zehntausende zum Karnevalsumzug in Erfurt erwartet

Mit einer Vielzahl von Faschingsumzügen steuert die Karnevalssaison in dieser Woche auf ihren Höhepunkt zu. In der Faschingshochburg Wasungen zieht der Umzug unter dem Motto "Die Fötz honn Egge" ("Die Fürze haben Ecken") am Samstag (22. Februar) durch die Stadt. Am Sonntag (23. Februar) werden Zehntausende Schaulustige zum Erfurter Karnevalsumzug erwartet.

In Thüringen gibt es laut LTK fast 30.000 aktive Karnevalisten, darunter sind 8.400 Jugendliche unter 18 Jahre. Danz zufolge gebe es im Großen und Ganzen keine Probleme, junge Menschen zur aktiven Mitarbeit zu begeistern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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