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Misereor-Fastenaktion richtet Blick auf den Nahen Osten

Erfurt  

Misereor-Fastenaktion richtet Blick auf den Nahen Osten

27.02.2020, 11:49 Uhr | dpa

Misereor-Fastenaktion richtet Blick auf den Nahen Osten. Misereor Fastenaktion

Ein orthodoxer Christ nimmt in der Kirche St. Jakob an der Messe zur Eröffnung der Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor "Wir haben den Hunger satt" teil. Foto: picture alliance / dpa /Archivbild (Quelle: dpa)

Die diesjährige Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor nimmt den Krieg in Syrien und dessen Auswirkungen auf das Nachbarland Libanon in den Blick. Die Region zeige "wie unter einem Brennglas", wie brüchig der Frieden in vielen Teilen der Welt sei, sagte der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Pirmin Spiegel, am Donnerstag in Erfurt. Das Leitwort der Fastenaktion 2020 lautet: "Gib Frieden!" Der Eröffnungsgottesdienst der bundesweiten Aktion soll am Sonntag im Erfurter Dom stattfinden. Mit dieser Fastenaktion greift Misereor das Jahresthema "Frieden leben" der katholischen Hilfswerke und Diözesen in Deutschland auf.

Spiegel sagte, nach Syrien drohe der Libanon zum nächsten großen Konfliktort des Nahen Ostens zu werden. Nachdem in dem Land bereits seit Jahren hunderttausende Kriegsflüchtlinge aus Syrien eine Bleibe gefunden hätten und sie zunächst offen empfangen worden seien, gebe es zunehmend Konflikte zwischen Libanesen und syrischen Flüchtlingen. Vor allem Frauen und Kinder würden unter dem Krieg in Syrien und den Folgen von Flucht leiden. "Die leben unter erbärmlichen Bedingungen", sagte Spiegel.

In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Nach jüngsten Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind seither mehr als 380 000 Menschen in dem Land getötet worden, darunter etwa 115 000 Zivilisten, davon wiederum etwa 22 000 Kinder. Die Zahl der Syrer, die wegen der Kämpfe geflohen sind, gab die Organisation Anfang des Jahres mit etwa 13 Millionen an. Nach Schätzungen leben etwa 1,5 Millionen dieser Flüchtlinge im Libanon - ein Land, das nur etwa sechs Millionen Einwohner hat und kleiner ist als Bundesländer wie Thüringen, Sachsen, Hessen oder Rheinland-Pfalz.

Nach Angaben Spiegels helfen Partnerorganisationen von Misereor wie der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) Menschen im Libanon unter anderem bei der Gesundheitsversorgung, aber auch bei der Bildung. Die JRS-Landesdirektorin im Libanon, Heba al-Bascha, sagte, nach all den Jahren des Bürgerkrieges in Syrien sei es besonders wichtig, dass die Flüchtlingskinder auch außerhalb ihrer Heimat eine Schulbildung erhielten. Deshalb betreibe der JRS acht eigene Schulen in dem Land, an denen die Kinder nicht nur Unterrichtsmaterialien, sondern unter anderem auch Mahlzeiten bekämen.

Im Zuge der Fastenaktion sammelt Misereor über mehrere Wochen hinweg besonders intensiv Spenden. Wie viel Geld bei vergleichbaren Aktionen in der Vergangenheit zusammengekommen sei, lasse sich nicht genau beziffern, sagte Spiegel. Allein am fünften Fastensonntag seien im Vorjahr bundesweit aber etwa zehn Millionen Euro gespendet worden.

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