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IHK will Strategie für das Wiederanfahren der Wirtschaft

Erfurt  

IHK will Strategie für das Wiederanfahren der Wirtschaft

08.04.2020, 13:17 Uhr | dpa

IHK will Strategie für das Wiederanfahren der Wirtschaft. Dieter Bauhaus sitzt bei einer Pressekonferenz

Dieter Bauhaus sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Trotz der anhaltenden Corona-Krise gibt es in der Thüringer Wirtschaft den Wunsch nach einer möglichst raschen Rückkehr zur Normalität - mit Auflagen. So hat die Industrie und Handelskammer Erfurt am Mittwoch von der Politik eine Strategie für das Wiederanfahren der Wirtschaft in der Corona-Krise gefordert. Die Planung dafür sollte umgehend beginnen, um erforderliche Maßnahmen und Auflagen zum Gesundheits- und Infektionsschutz für Kunden und Firmen zu organisieren, hieß es in einer Mitteilung der IHK. Würden die restriktiven Maßnahmen der Betriebsschließungen bestimmter Wirtschaftszweige über den 20. April hinaus anhalten, drohe die Gefahr massenhafter Insolvenzen und eine erhebliche Zunahme der Arbeitslosigkeit, erklärte IHK-Präsident Dieter Bauhaus.

Daher sollten nach Auffassung der IHK Unternehmen bald wieder öffnen können, wenn sie angemessene Auflagen zum Infektionsschutz erfüllen. Dazu zählten etwa die Verpflichtung zur Einhaltung des Mindestabstandes, Mundschutz-Pflicht für Kunden und Mitarbeiter und die Sicherstellung der Desinfektion. Die Gastronomie könne etwa im Außenbereich wieder aufgenommen und in den Geschäften auf kontaktloses Bezahlen gesetzt werden. Eine zeitlich begrenzte Erweiterung der Ausnahmeregelungen zur Sonntagsöffnung im Handel könne dazu beitragen, entstandene Umsatzverluste zu kompensieren.

Unterdessen hat die Landrätin des Ilm-Kreises auf Erfolge durch die Schutzmaßnahmen hingewiesen. Die vorübergehende Quarantäne des Ortes Neustadt am Rennsteig wegen der Ausbreitung des Coronavirus habe sich bewährt, so Petra Enders (Linke). "Durch die häusliche Quarantäne wurden Infektionsketten durchbrochen. Ebenfalls konnte der Kreis der Kontaktpersonen in Neustadt massiv eingeschränkt werden", sagte sie am Mittwoch. Das zeigten die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung der Testergebnisse auf das Sars-CoV-2-Virus.

Die gewonnen Erkenntnisse und Ergebnisse sollten ihrer Meinung nach deshalb in einer wissenschaftlichen Studie zusammengefasst werden. "Wichtig wäre allerdings, dass wir schnell einen Partner gewinnen, denn nur so können auch die Interviews mit Betroffenen Erkenntniswert bekommen", so Enders. Allerdings sei sie bei Bund und Land bislang nicht auf Interesse gestoßen.

Derweil hat die Coronavirus-Pandemie die Anfragen an die Thüringer Verbraucherzentrale sprunghaft ansteigen lassen. Im März sei die Zahl der Beratungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um etwa die Hälfte auf fast 800 gestiegen, sagte Geschäftsführer Ralph Walther. Dabei gehe es vor allem um Reisestornierungen, Verträge mit derzeit behördlich geschlossenen Fitnessstudios, um Lieferdienste oder Verträge mit Handwerkern, die diese etwa wegen Produktionsausfällen bei Materialzulieferern nicht erfüllen könnten.

Bisher sind in Thüringen insgesamt 1299 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Wie das Gesundheitsministerium (Stand Mittwoch, 9.April, 10.00 Uhr) mitteilte, wurden damit seit dem Vortag 77 Infektionen neu bestätigt. 194 Patienten werden in Thüringer Krankenhäusern behandelt. 20 mit dem Coronavirus infizierte Menschen starben. Die meisten nachgewiesenen Infektionen (214) und Todesfälle (11) gab es den Angaben zufolge bisher im Kreis Greiz. Schätzungen zufolge sind in Thüringen inzwischen 690 Menschen wieder genesen.

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