Sie sind hier: Home > Regional > Erfurt >

Polizisten-Prozess in Erfurt: Aussage von mutmaßlichem Opfer verlesen

Prozess gegen Polizisten  

Aussage von mutmaßlichem Vergewaltigungsopfer verlesen

16.06.2020, 13:05 Uhr | dpa, ASS

Polizisten-Prozess in Erfurt: Aussage von mutmaßlichem Opfer verlesen. Der Eingang des Landgerichts Erfurt: Hier wurde das Vernehmungsprotokoll eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers verlesen.. (Quelle: dpa/arifoto UG/dpa-Zentralbild/Archivbild)

Der Eingang des Landgerichts Erfurt: Hier wurde das Vernehmungsprotokoll eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers verlesen.. (Quelle: arifoto UG/dpa-Zentralbild/Archivbild/dpa)

In Erfurt ist der Vergewaltigungsprozess gegen zwei Polizisten fortgeführt worden. Das Landgericht verlas die Aussagen, die das mutmaßliche Opfer am Tag nach dem Vorfall gemacht hatte. Von der Frau fehlt jede Spur.

Zum Prozess gegen die Polizisten, die sie vergewaltigt haben sollen, ist sie bisher nicht erschienen – doch Aussagen der 32-jährigen Frau sind Thema bei der Verhandlung am Dienstag gewesen. Vor dem Landgericht Erfurt wurde das polizeiliche Vernehmungsprotokoll der Frau verlesen, das einen Tag nach dem Vorfall angefertigt worden war. Darin schildert die damals 32-Jährige, wie die beiden Angeklagten sie in ihrer Wohnung vergewaltigt hätten.

Sie habe sich gegen die Polizisten gewehrt, gab die Frau damals zu Protokoll. Und dass die Polizisten ihr danach zu verstehen gegeben hätten, dass sie nicht darüber sprechen solle. Sie schildert auch Schmerzen im Unterleib. Beide Polizisten hätten sich "ohne Scham und ohne Emotion verhalten" – so die Aussage der Frau in dem Protokoll.

Polizisten hatten Dienstwaffe dabei 

Die Staatsanwaltschaft wirft den heute 23 und 28 Jahre alten inzwischen suspendierten Polizisten vor, die Frau im September vergangenen Jahres bei einem Diensteinsatz in ihrer Wohnung in Marlishausen (Ilm-Kreis) vergewaltigt zu haben. Die Angeklagten haben dagegen ausgesagt, mit der Frau einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ohne Kondome gehabt zu haben. In der Anklage heißt es, die Frau sei bei der Tat leicht verletzt worden. Erschwerend kommt nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hinzu, dass die Polizisten ihre Dienstwaffen dabei gehabt haben sollen.

Die Frau – eine gebürtige Polin – und ihr damaliger Partner sind in dem Prozess zwar als Zeugen geladen. Allerdings konnte bislang nicht geklärt werden, wo sich die beiden aktuell aufhalten. Die Staatsanwältin erklärte bei der Verhandlung am Dienstag, dass erst seit vergangener Woche aktiv mit Zielfahndern des Landeskriminalamts nach der Frau gesucht werde. Die Staatsanwaltschaft habe die Maßnahme vorgeschlagen, als sich abzeichnete, dass die tatsächliche aktuelle Adresse der Frau dem Gericht unbekannt ist.

Angeklagter soll Geschlechtsverkehr gefilmt haben

Derweil läuft der Versuch, das Handy des älteren Angeklagten auszuwerten weiter. Der Mann hatte zuvor im Prozess gesagt, er habe den Geschlechtsverkehr mit seinem Smartphone gefilmt. Später habe er die Aufnahmen aber gelöscht und das Handy in einen Bach geworfen. Das Gerät konnte zwar geborgen werden, doch die Auswertung erweist sich bisher als schwierig.

Der Vorsitzende Richter gab sich am Dienstag aber zuversichtlich, dass es doch noch gelingen könne, das Video für die Verhandlung nutzen zu können. Der Prozess soll am 29. Juni fortgesetzt werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: