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Gemeinde plant Fest zum Einbringen neuer Tora-Rolle

Erfurt  

Gemeinde plant Fest zum Einbringen neuer Tora-Rolle

26.10.2020, 13:56 Uhr | dpa

Gemeinde plant Fest zum Einbringen neuer Tora-Rolle. Eine Tora-Rolle liegt in der Synagoge der Gemeinde Halle/Saale

Eine Tora-Rolle liegt in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle/Saale. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die neue Tora-Rolle für die Jüdische Landesgemeinde Thüringen soll im kommenden Jahr mit einem großen Fest in die Synagoge nach Erfurt gebracht werden. Dafür sei auch angedacht, mit der fertig geschriebene Tora-Rolle am 30. September in einem Festumzug durch die Stadt in die Synagoge zu ziehen. "Ich finde es auch als Zeichen schön. Jüdisches Leben wird häufig nur mit Holocaust oder mit Dingen, die damit zusammenhängen, in Verbindung gebracht", sagte Landesrabbiner Alexander Nachama am Montag in Erfurt. Umso schöner sei es, wenn es Gelegenheit gebe, jüdisches Leben nach außen hin zelebrieren zu können.

Seit vergangenem Jahr schreibt der speziell dafür ausgebildete Berliner Rabbiner Reuven Yaacobov mit Feder und Tinte per Hand an der Tora-Rolle. 304 805 Buchstaben soll diese dann am Ende haben. Bislang sei er damit auf gutem Weg, hieß es am Montag.

Die Tora ist die Heilige Schrift der Juden und umfasst die ersten fünf Bücher Mose. Sie beinhaltet mehrere Hundert Ge- und Verbote.

Bis die fertige Tora-Rolle an die Gemeinde überreicht wird, steht die Arbeit an ihr auch im Zentrum mehrerer Veranstaltungen. Bei zehn Terminen in diesem und dem kommenden Jahr können Interessierte in verschiedenen Thüringer Gemeinden live verfolgen, wie Yaacobov an der Rolle schreibt. Oft soll das öffentliche Schreiben auch mit Vorträgen verbunden sein. So wird etwa am 4. November der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland in Berkach (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) erwartet.

Zudem sind auch Workshops für Schülerinnen und Schüler von der siebenten bis zur zehnten Klassenstufe vorgesehen. Dabei sollen die Kinder und Jugendlichen mehr über das jüdische Leben in Thüringen erfahren und sich auch selbst an der hebräischen Schrift versuchen können, sagte Alexandra Husemeyer, die das dazugehörige Projekt "Tora ist Leben" leitet.

Der Vorsitzende der Landesgemeinde, Reinhard Schramm, lobte gerade auch den Bildungsaspekt des Projekts. Durch Wissen entstehe Respekt für die jüdische Tradition, es sei ein Baustein im Kampf gegen den Antisemitismus. "Leider ist Engagement gegen Antisemitismus sehr nötig", so Schramm.

Das Tora-Projekt ist auch ein Hauptpunkt eines speziellen Themenjahrs: Der Freistaat feiert Jahr 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen. Die Jüdische Landesgemeinde zählt heute etwa 700 Mitglieder.

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