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Erfurt: Ausstellung über Nazi-Verbrechen gegen Beeinträchtigte

Erinnerungsort "Topf und Söhne"  

Ausstellung über Nazi-Verbrechen gegen Beeinträchtigte

28.10.2020, 16:54 Uhr | dpa

Erfurt: Ausstellung über Nazi-Verbrechen gegen Beeinträchtigte. Eine Fahne weht vor dem Erinnerungsort Topf und Söhne: Eine Sonderausstellung thematisiert die Gewaltverbrechen gegen beeinträchtige Menschen durch die Nationalsozialisten.  (Quelle: dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild)

Eine Fahne weht vor dem Erinnerungsort Topf und Söhne: Eine Sonderausstellung thematisiert die Gewaltverbrechen gegen beeinträchtige Menschen durch die Nationalsozialisten. (Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Im Erfurter Erinnerungsort "Topf und Söhne" befasst sich eine neue Ausstellung mit den Verbrechen gegen Menschen mit Beeinträchtigungen während des Nationalsozialismus – und schlägt einen Bogen zum Leben in Pandemie-Zeiten.

Eine Sonderausstellung befasst sich im Erinnerungsort "Topf und Söhne" mit der Gewalt gegen und dem Massenmord an Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen durch die Nationalsozialisten. Vom 31. Oktober bis zum 30. Mai 2021 zeigt die Schau "Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus" die Geschichte des menschenverachtenden Umgangs der Nazis mit Leben, das sie als minderwertig einstuften.

Dabei gehe es auch um die fälschliche Vorstellung verschiedener "Menschenrassen", die die NS-Diktatur zur Rechtfertigung ihrer Taten nutzte. Die Ausstellung zeige aber auch Bezüge zur aktuellen Pandemie-Situation auf, sagte die Oberkuratorin für Neuere und Zeitgeschichte der Erfurter Geschichtsmuseen, Annegret Schüle, am Mittwoch. "Die historischen Medizinverbrechen, die Ihnen diese Ausstellung vermittelt, zeigen uns, welch hohen Wert eine Gesundheitsfürsorge und eine angemessene Krankenbehandlung für alle Menschen bedeutet."

Eine Infotafel der Ausstellung "Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus": Die Ausstellung berichtet über diese erste planmäßige Vernichtung von Menschenleben im Nationalsozialismus.  (Quelle: dpa/Martin Schutt/dpa-Zentralbild)Eine Infotafel der Ausstellung "Wohin bringt ihr uns? 'Euthanasie'-Verbrechen im Nationalsozialismus": Die Ausstellung berichtet über diese erste planmäßige Vernichtung von Menschenleben im Nationalsozialismus. (Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Schau zeige eindrücklich, wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft den Schutz der Schwachen und Hilfsbedürftigen verweigert und eine Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben zur gesellschaftlichen und staatlichen Handlungsmaxime wird, so Schüle. Nach Ablauf der Ausstellungszeit kann die Schau auch an anderen Orten Thüringens noch gezeigt werden.

Hunderttausende Beeinträchtigte ermordet

Die Erfurter Firma Topf und Söhne hatte Verbrennungsöfen für NS-Konzentrationslager geliefert. Auf dem ehemaligen Firmengelände befindet sich nun die Erinnerungsstätte.

Ab 1933 ließen die Nationalsozialisten 400.000 Menschen zwangssterilisieren – Basis dafür war ein Gesetz "zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". Ab 1939 ermordeten NS-Schergen in Deutschland und den besetzten Gebieten strategisch 300.000 Menschen, weil diese aus Nazi-Sicht von einer sozialen, körperlichen oder geistigen Norm abwichen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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