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Jeder sechste Polizist im vergangenen Jahr langzeitkrank

Erfurt  

Jeder sechste Polizist im vergangenen Jahr langzeitkrank

19.01.2021, 06:17 Uhr | dpa

Jeder sechste Polizist im vergangenen Jahr langzeitkrank. Symbolbild "Krankenschein"

Krankmeldungen liegen auf einem Schreibtisch (gestellte Szene). Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Thüringer Polizisten, die über einen längeren Zeitraum krank waren, ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Insgesamt seien 1028 Beamte länger als sechs Wochen krankheitsbedingt ausgefallen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Dies entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent an der Gesamtstärke", hieß es. Damit ist 2020 etwa jeder sechste Thüringer Polizist langzeitkrank gewesen.

Vor allem bei den Landespolizeiinspektionen in Saalfeld und Nordhausen und bei der Autobahnpolizei seien prozentual betrachtet sehr viele Beamte längere Zeit krank gewesen, sagte die Sprecherin. Wenn Beamte ausfielen, müsse die Arbeit auf Kollegen verteilt werden. "Ein hoher Krankenstand belastet daher das verfügbare Personal in den einzelnen Polizeibehörden und -einrichtungen", sagte die Sprecherin.

Der hohe Anteil an Langzeitkranken beschäftigt die Thüringer Polizei zwar seit Jahren. Doch lag er in der jüngeren Vergangenheit noch immer unter den 2020 zu verzeichnenden Werten. Im Jahr 2019 waren nach Ministeriumsangaben 971 Beamte langzeitkrank gewesen, was etwa 16 Prozent der Gesamtstärke der Landespolizei ausgemacht habe. Im Vorjahr waren es 830 Beamte und somit etwa 14 Prozent gewesen.

Nur ein geringer Teil der langzeitkranken Polizisten fällt aus, weil sich die Beamten im Dienst entsprechend schwer verletzt haben. "Langzeiterkrankungen infolge eines erlitten Dienstunfalls belegen nur einen geringen Anteil an der Gesamtfallzahl", sagte die Ministeriumssprecherin. So habe es 2020 nur 16 Dienstunfälle gegeben, die zu einer Krankschreibung über einen länger als sechs Wochen andauernden Zeitraum geführt hätten. 2019 beziehungsweise 2018 seien es 35 beziehungsweise 30 vergleichbare Dienstunfälle gewesen.

Einer der Hauptgründe für die hohe Zahl der Langzeitkranken sei dagegen der hohe Altersdurchschnitt der Beamten. "Auch psychische Erkrankungen haben in ihrer Bedeutung als Ursache für Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen", so die Sprecherin.

Die Dienststellen mit den niedrigsten Zahlen an langzeitkranken Beamten im Bereich der Polizei waren 2020 den Angaben nach die Bereitschaftspolizei, die Landespolizeidirektion und die Landespolizeiinspektion Erfurt. In der Bereitschaftspolizei leisten vor allem junge Beamte ihren Dienst.

Nach Einschätzung des Ministeriums wird sich die Zahl der langzeitkranken Polizisten vor allem dadurch senken lassen, dass mehr junge Nachwuchsbeamte eingestellt werden. Nicht nur, dass dadurch der Altersschnitt der Beamten gesenkt werde. Indem ausreichend Personal zur Verfügung stehe, "können stressbedingte Belastungen am Arbeitsplatz gemindert werden", sagte die Sprecherin. In den vergangenen beiden Jahren seien insgesamt 545 Polizeianwärterinnen und -anwärter eingestellt worden.

Zudem sei im Februar 2020 bei der Polizei eine hauptamtliche Gesundheitsmanagerin eingestellt worden, sagte die Sprecherin. Sie soll unter anderem dafür sorgen, dass die gesundheitlichen Belastungen für die Polizisten geringer werden und dass ihr "Wohlbefinden am Arbeitsplatz" besser werde.

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