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Bistum Erfurt: Opfer sollen bei Missbrauchskommission mitwirken

Bistum Erfurt  

Opfer sollen bei Missbrauchskommission mitwirken

18.03.2021, 14:19 Uhr | dpa

Bistum Erfurt: Opfer sollen bei Missbrauchskommission mitwirken. Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistum Erfurt, sitzt während einer Pressekonferenz neben einem Kruzifix: Eine Kommission soll prüfen, wie Verantwortliche mit Beschuldigten und Betroffenen umgegangen sind. (Quelle: dpa/Martin Schutt)

Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistum Erfurt, sitzt während einer Pressekonferenz neben einem Kruzifix: Eine Kommission soll prüfen, wie Verantwortliche mit Beschuldigten und Betroffenen umgegangen sind. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Eine Kommission soll Fälle sexualisierter Gewalt im Bistum Erfurt aufarbeiten. Bislang sind 54 Opfer bekannt. Auch Betroffene sollen laut Bischof Neymeyr einen Platz in der Kommission haben. 

Auch Betroffene sollen bei einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen im katholischen Bistum Erfurt mitarbeiten. Eine betroffene Person soll auch Mitglied des fünfköpfigen Gremiums sein. "Ich bitte alle Betroffenen, sich zu überlegen mitzuwirken in der Kommission", sagte Bischof Ulrich Neymeyr am Donnerstag in Erfurt. Betroffene, die dazu bereit sind, könnten sich an die Missbrauchsbeauftragten des Bistums wenden.

Daneben soll die thüringische Landesbeauftragte für Kinderschutz und die Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern, die Staatssekretärin für Bildung, Julia Heesen, zwei unabhängige Spezialisten aus Justiz und Wissenschaft benennen. Zwei weitere Mitglieder sollen Mitarbeiter aus dem Archiv und der Justizabteilung des Ordinariats – der Bistumsverwaltung – sein. Damit werde der Zugang zu Akten für die Kommission sichergestellt, hieß es.

Der Bischof des Bistums Erfurt Ulrich Neymeyr spricht auf einer Pressekonferenz: "Ich bitte alle Betroffenen, sich zu überlegen mitzuwirken in der Kommission", appellierte er bei einer Pressekonferenz.  (Quelle: dpa/Martin Schutt/)Der Bischof des Bistums Erfurt Ulrich Neymeyr spricht auf einer Pressekonferenz: "Ich bitte alle Betroffenen, sich zu überlegen mitzuwirken in der Kommission", appellierte er bei einer Pressekonferenz.

Damit weicht das Bistum von den eigentlich als einheitlich angedachten Regelungen zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ab, die die deutschen Bischöfe zuvor beschlossen hatten. Demnach sollte die Kommission sieben Mitglieder haben. Er habe sich zu dieser Änderung entschieden, da das Bistum Erfurt sehr klein sei, erläuterte Neymeyr. Etwa 140.000 Katholiken leben im Bistum – damit gehört es zu den vier kleinsten in Deutschland.

Bislang 54 Opfer sexualisierter Gewalt im Bistum Erfurt bekannt

Die Kommission soll etwa aufarbeiten, wie Verantwortliche mit Betroffenen und Beschuldigten umgegangen sind. Dazu kann das Gremium auch Gespräche mit Betroffenen, Verantwortlichen und Beschuldigten führen. Die Kommission solle zudem eine Differenzierung vornehmen, um ein präziseres Bild von dem zu zeichnen, was geschehen ist, sagte Neymeyr. Schließlich sollten die Mitglieder Erkenntnisse darüber gewinnen, ob es Strukturen gibt, die verändert werden müssen, um sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche zu verhindern.

Aus früheren Untersuchungen und weil sich Betroffene von sich aus gemeldet hatten, sind im Bistum bislang 54 Menschen bekannt, die seit 1946 Opfer sexualisierter Gewalt durch Priester und Kirchenmitarbeiter auf dem Gebiet der heutigen Diözese geworden sind.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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