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Ramelow sieht Bund bei Sputnik-Impfstoff in der Pflicht

Erfurt  

Ramelow sieht Bund bei Sputnik-Impfstoff in der Pflicht

08.04.2021, 15:51 Uhr | dpa

Ramelow sieht Bund bei Sputnik-Impfstoff in der Pflicht. Bodo Ramelow

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist gegen Alleingänge der Länder bei der Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Ramelow sehe die Bundesregierung weiterhin in der Pflicht, einen Rahmenvertrag für den Bezug des Impfstoffs für Deutschland zu schließen, erklärte Regierungssprecher Falk Neubert am Donnerstag in Erfurt auf Anfrage.

Thüringens Regierungschef hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, Sputnik V nach seiner Zulassung in Deutschland einzusetzen. Er habe darüber mehrfach mit Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) gesprochen, so der Regierungssprecher. Ramelow habe deshalb mit Verwunderung auf das Vorpreschen von Bayern reagiert.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch erklärt, Bayern habe sich mit einem Vorvertrag 2,5 Millionen Impfdosen Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert.

Während CDU und FDP Ramelow aufforderten, dem Beispiel Bayerns zu folgen, verteidigte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sein Vorgehen. Es sei richtig, "dass der Ministerpräsident das gemeinsam mit der Bundesregierung angeht", sagte Werner.

CDU-Fraktionschef Mario Voigt plädierte dagegen für den Abschluss eines eigenen Vorvertrags zum Bezug des russischen Corona-Impfstoffs. Thüringen müsse endlich die rote Laterne bei den Corona-Infektionen loswerden.

Nach dem Impfstart in den Hausarztpraxen in dieser Woche und der guten Organisation der Impfzentren seien die Kapazitäten für den Einsatz zusätzlicher Impfdosen gegeben, erklärte Voigt. Würde nur die Hälfte der thüringenweit fast 2500 niedergelassenen Ärzte täglich jeweils 20 Impfdosen verabreichen, wären das 125 000 zusätzliche Impfungen pro Woche.

FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich erklärte, Ramelow sollte es dank seiner angeblich guten Kontakte nach Moskau "eigentlich leicht fallen, die dringend benötigten Impfstoffe für Thüringen zu ordern".

Die SPD-Gesundheitspolitikerin Cornelia Klisch kritisierte die Sonderwege von Bayern, aber auch von Mecklenburg-Vorpommern. "Ich erwarte von der Ministerpräsidentenkonferenz, dass sie Druck auf die Bundesregierung ausübt, damit eine einheitliche Regelung für die Bundesrepublik geschaffen wird", so Klisch.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU. Im April werden Experten der EMA in Russland zur Begutachtung der Produktion und Lagerung des Impfstoffs erwartet. Russland gab das Mittel bereits Mitte August 2020 als weltweit ersten Corona-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung frei. Mittlerweile haben in der medizinischen Fachpresse publizierte Daten dem Mittel hohe Wirksamkeit bescheinigt.

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