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Thüringen intensiviert Provenienzforschung

Erfurt  

Thüringen intensiviert Provenienzforschung

13.04.2021, 15:34 Uhr | dpa

Thüringen intensiviert Provenienzforschung. Erstcheck von Museumsbeständen im Kunsthaus Meyenburg

Sarah-Mae Liverse beim Erstcheck von Museumsbeständen im Kunsthaus Meyenburg. Foto: Stadtverwaltung Nordhausen/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Museumsverband Thüringen (MVT) hat mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei zwei neue wissenschaftliche Stellen geschaffen, um die Forschung zur Herkunft von Museumsobjekten zu intensivieren und zu verstetigen. "Provenienzforschung ist heute eine der Kernaufgaben von Museen, die in der Alltagspraxis aufgrund der personellen Struktur allerdings oft nur schwer umsetzbar ist", sagte MVT-Präsident Thomas T. Müller.

Ab Juni sollen die kleineren und mittelgroßen Museen in Thüringen mithilfe der neuen Beschäftigten zu dem Thema beraten und Anfragen zentral durch den MVT abgestimmt werden. Zusätzlich soll weiter zu den außereuropäischen Sammlungen in Thüringer Museen geforscht und das Wissen zur Provenienzforschung dazu an die Museen weitergeben werden. Beide Stellen sind bis Ende 2022 befristet.

Im Frühjahr 2020 untersuchte Sarah-Mae Liverse sechs Monate lang im Sommerpalais Greiz, dem Stadtmuseum Camburg, dem Städtische Museen Nordhausen sowie im Museum642-Pößnecker Stadtgeschichte, ob in ihren Sammlungen Hinweise auf Raubgut aus NS-Zeit vorhanden ist. Die Ergebnisse sollen demnächst präsentiert werden. Seit Anfang Februar bestimmt zudem die Ethnologin Friederike Brinker Objekte im Lindenau-Museum und im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg sowie im Stadtmuseum Saalfeld und im Schlossmuseum Sondershausen. Im Juni endet ihr Auftrag.

Eine Verstetigung sei wünschenswert, insbesondere um die zwei anderen Forschungsschwerpunkte NS-Zeit sowie die Zeit der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR vertiefen zu können, hieß es in der Mitteilung des MVT.

Die Provenienzforschung ist integraler Bestandteil der Arbeit an Museen, Bibliotheken, Archiven und am Kunstmarkt. Sie beschäftigt sich mit der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern. Immer wieder geht es auch darum, wie mit aus heutiger Sicht unrechtmäßig erworbenen Gegenständen oder auch menschlichen Knochen umgegangen werden soll. So steht auch immer die Rückgabe von Objekten an Nachkommen früherer Besitzer im Raum.

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