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Bundeswehr hilft auf Intensivstation: Wenig freie Betten

Erfurt  

Bundeswehr hilft auf Intensivstation: Wenig freie Betten

14.04.2021, 16:15 Uhr | dpa

Bundeswehr hilft auf Intensivstation: Wenig freie Betten. Covid-19-Station

Auf der Covid-19-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Thüringen droht ein Engpass bei der intensivmedizinischen Versorgung schwer erkrankter Covid-19-Patienten. Deshalb werde bereits jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer geprüft und vorbereitet, sagte der Jenaer Intensivmediziner Michael Bauer am Mittwoch auf Anfrage. "Wir rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Patienten. In Thüringen ist die Situation ernst." Der Freistaat ist seit Monaten das Bundesland mit der höchsten Zahl an Corona-Neuinfektionen.

Nach den bundesweiten Daten des Intensiv-Registers waren in Thüringen am Mittwoch rund 33 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, von denen viele beatmet werden müssen. Das war der höchste Anteil aller Bundesländer. Nur noch sieben Prozent der Intensivbetten im Freistaat waren danach frei.

Bauer, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena, ist Koordinator für die Intensivversorgung in Thüringen. In seiner Klinik seien derzeit 15 ausgebildete Pflegekräfte der Bundeswehr im Einsatz, um das Personal zu entlasten. Die Sanitätssoldaten seien sonst in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) stationiert. Betten und Beatmungsgeräte gebe es an den Thüringer Klinken genug, sagte der Mediziner. "Das Problem ist Fachpersonal."

Problematisch sei auch, dass manche Operationen beispielsweise bei Krebs- oder Herzpatienten verschoben werden müssten, weil die Intensivkapazitäten beschränkt seien. "Für viele von uns ist es deshalb schwer zu ertragen, wenn manche Menschen die Gefahr durch Corona herunterreden", sagte der Professor.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen der Thüringer Krankenhäuser ist ihm zufolge in den vergangenen Tagen auf das sehr hohe Niveau wie zum Jahreswechsel gestiegen. "Wir haben jetzt viele jüngere Patienten mit schweren Verläufen." Das Durchschnittsalter der auf der Intensivstation des Universitätsklinikums liegenden Covid-19-Patienten betrage derzeit 55 Jahre.

Bauer verwies darauf, dass die Zusammenarbeit der Krankenhäuser gut funktioniere. Zweimal wöchentlich gebe es Videokonferenzen von Intensivmedizinern in Ostdeutschland, bei denen es auch um die zur Verfügung stehenden Betten gehe. Derzeit sei die Lage aber auch in anderen ostdeutschen Bundesländern angespannt. Bei einer Verlegung Thüringer Patienten werde deshalb auch an Niedersachsen oder Bayern gedacht. Transportmöglichkeiten gebe es - sie seien nicht mehr ein "limitierender Faktor wie in den ersten Monaten der Pandemie".

Die Sieben-Tage Inzidenz lag am Mittwoch in Thüringen bei 254 - mit steigender Tendenz. Am Dienst hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen 234 betragen. Bundesweit lag er bei 153.

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