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Thüringen beteiligt sich an Gedenken an Corona-Tote

Erfurt  

Thüringen beteiligt sich an Gedenken an Corona-Tote

18.04.2021, 13:34 Uhr | dpa

Auch in Thüringen haben viele Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus ihr Leben verloren. Bis Sonntag sind nach Angaben der Staatskanzlei mindestens 3642 Menschen gestorben, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Um an sie, aber auch um an die vielen anderen Corona-Toten zu erinnern, gab es in Thüringen wie in ganz Deutschland am Wochenende verschiedene Gedenkaktionen.

In Jena etwa gab es am Sonntag einen Gedenkgottesdienst, auch in Nordhausen wurde der Toten bei einem Gottesdienst gedacht. Vielerorts war an Rathäusern Trauerbeflaggung zu sehen und Glocken läuteten zur Mittagszeit länger als sonst.

Am Samstagabend wurde an das Hochhaus des Landtags in Erfurt eine riesige Kerze projiziert, um an die Toten zu erinnern. Auch beim Parlamentsgebäude war Trauerbeflaggung angebracht. In den Fenstern der Staatskanzlei waren Kerzen aufgestellt worden. Zuvor hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) wie die anderen Länderchefs auch Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, an den Abenden ebenfalls Kerzen in die Fenster zu stellen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die bundesweite Gedenkaktion angeregt.

"Allen, die die Gefährlichkeit des Virus leugnen, die an den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zweifeln oder diese gar als Instrumente einer totalitären Diktatur sehen, sage ich: Den Verlust eines geliebten Menschen zu erfahren und zu erleben, wie der Partner, das eigene Kind oder die Eltern aus dem Leben gerissen wurden - häufig ohne sich angemessen verabschieden zu können - bedeuten unvorstellbares Leid", sagte Ramelow. "Leid, das wir nicht zu verhindern vermochten, das uns aber Mahnung und Motivation ist im tagtäglichen Kampf gegen das Virus."

"Viele Menschen haben Familienmitglieder und enge Freunde verloren - das ist tieftraurig. Wir möchten deshalb ein weithin sichtbares Zeichen senden, um an die Menschen zu erinnern", sagte Landtagspräsidentin Birgit Keller. Sie appellierte in Anbetracht der weiter steigenden Infektionszahlen an die Disziplin der Menschen: "Ich verstehe diejenigen, die ungeduldig auf Öffnungen drängen, weil ihre wirtschaftliche Existenz davon abhängt oder sie die kulturelle Vielfalt unseres Landes gefährdet sehen. Doch es braucht noch eine gewisse Zeit, bis uns die Impfungen mehr Nähe erlauben."

Bei einer zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin hatte Bundespräsident Steinmeier die Gesellschaft in Deutschland zum Zusammenhalt in der Corona-Pandemie aufgerufen und an die fast 80 000 Toten allein in Deutschland erinnert. Neben der Trauer gebe es bei manchen Menschen auch "Verbitterung und Wut", sagte Steinmeier nach dem vorab veröffentlichten Redemanuskript. Er könne dies verstehen. "Die Politik musste schwierige, manchmal tragische Entscheidungen treffen, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern." Auch die Politik habe lernen müssen.

Wo es Fehler und Versäumnisse gegeben habe, müssten diese aufgearbeitet werden, aber nicht an diesem Tag, sagte Steinmeier. "Meine Bitte ist heute: Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut. Aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen, im Blick zurück, sondern sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen."

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