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Grünen-Fraktion: Thüringen braucht Radschnellwege

Erfurt  

Grünen-Fraktion: Thüringen braucht Radschnellwege

05.05.2021, 15:07 Uhr | dpa

Grünen-Fraktion: Thüringen braucht Radschnellwege. Radschnellweg

Radschnellweg. Foto: Christoph Schmidt/dpa (Quelle: dpa)

Ob Einheimischer oder Tourist: Wer in der Freizeit durch Thüringen radeln will, hat reichlich Auswahl. "13 Radfernwege und eine Vielzahl verbindender thematischer Radwege führen entlang von Flussläufen, in attraktive Städte und landschaftlich reizvolle Regionen", wirbt der Freistaat im Internet. Für den Alltagsverkehr sieht die Grünen-Fraktion im Thüringer Landtag aber noch Luft nach oben. Die Partei macht sich für den Ausbau so genannter Radschnellwege für Pendlerinnen und Pendler stark.

Radschnellwege sind nach Ansicht der Grünen-Landtagsfraktion ein gutes, aber bisher unbeachtetes Instrument, um attraktive Alltagsverbindungen alternativ zum Autoverkehr zu schaffen. In Thüringen biete sich der Bau von mindestens fünf solcher Radschnellverbindungen an, heißt es in einer am Mittwoch in Erfurt veröffentlichten Studie, die die Grünen-Landtagsfraktion bei den Verkehrsplanern Martin Weidauer (Fachhochschule Erfurt) und Ingo Steckhan (Planungsbüro VIA Köln) in Auftrag gegeben hatte.

Geht es nach den Wissenschaftlern und den Grünen, sollten vertiefende Studien des Freistaats die Umsetzbarkeit solcher Radwege etwa zwischen Jena und Stadtroda (16 km), Saalfeld und Rudolstadt (9 km) sowie Erfurt und Städten wie Weimar (22 km) und Arnstadt (19 km) genauer unter die Lupe nehmen. "Unser Ziel ist es, dass Thüringen auch im Alltagsradverkehr zum Fahrradland wird", sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Laura Wahl.

Wenn das im Radverkehrskonzept des Landes gesteckte Ziel, den Anteil des Radverkehrs von derzeit 7 auf 15 Prozent bis 2030 zu erhöhen, noch erreicht werden soll, seien erheblich mehr Anstrengungen notwendig, so die Grünen. Trotz des Prüfauftrages im Thüringer Radverkehrskonzept und der Bereitstellung von Bundesfördermitteln in Höhe von 6,7 Millionen Euro exklusiv für das Bundesland seien keine Initiativen des Freistaats zur Umsetzung von Radschnellverbindungen erkennbar.

Aus dem Verkehrsministerium hieß es, noch seien diese Mittel nicht von den Kommunen angefragt worden. Eine Studie in Kooperation mit dem Ilm-Kreis sowie eine Studie der thüringenweiten Arbeitsgemeinschaft "Fahrradfreundliche Kommunen" zur Prüfung der Potenziale solcher Verbindungen seien in Arbeit.

Die Autoren der Pilotstudie empfehlen Änderungen im Thüringer Straßengesetz. Damit könne der Ausbau von Radschnellwegen den Kommunen abgenommen und die Verantwortung dem Land übertragen werden.

Für die Thüringer Alltagsrad- und Fußwegeinfrastruktur sind in diesem Jahr 17,6 Millionen Euro eingeplant. Alleine für die Förderung kommunaler Radwege gibt es laut Verkehrsministerium zwei Förderprogramme, in denen fast 10 Millionen Euro vorgesehen sind. Inbegriffen sind hier die Bundesfördermittel in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Für den Alltags-Radwegebau im Freistaat sind in diesem Jahr 7,6 Millionen Euro eingeplant.

Es werde "höchste Zeit", dass die Landesregierung den Radwegebau vorantreibt, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marcus Malsch. Thüringen brauche ein engmaschiges Radwegenetz im gesamten Land – einschließlich Radschnellverbindungen für die Städte. "Die dafür verfügbaren Mittel sind so umfangreich wie nie zuvor. Nun ist an der Landesregierung, endlich dafür zu sorgen, dass das Geld auch abfließt." Beim Ausbau dürfe der ländliche Raum jedoch nicht aus dem Blick geraten.

In der Landeshauptstadt wartete man indes gespannt auf den Ausgang des Erfurter Radentscheids: Noch am Mittwochabend sollte der Stadtrat über die von rund 13 000 Erfurterinnen und Erfurtern unterzeichneten Forderungen entscheiden: ein durchgängiges Radnetz, Radwege auch auf Hauptstraßen, sichere Kreuzungen, barrierefreie Rad- und Fußwege sowie ausreichend Abstellplätze für Fahrräder.

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