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Tragödie in Essen: Jugendamt kannte Familie von verdurstetem Zweijährigen

Vater unter Mordverdacht  

Jugendamt hatte Familie von verdurstetem Zweijährigen im Visier

29.07.2019, 20:40 Uhr | tme , t-online.de , dpa

Tragödie in Essen: Jugendamt kannte Familie von verdurstetem Zweijährigen. Rettungsdienst der Feuerwehr Essen: Die Familie des Jungen, der verdurstet ist, war dem Jugendamt offenbar bekannt. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Rettungsdienst der Feuerwehr Essen: Die Familie des Jungen, der verdurstet ist, war dem Jugendamt offenbar bekannt. (Symbolbild) (Quelle: imago images)

Das Jugendamt der Stadt hatte die Familie des zweijährigen Jungen, der in Essen verdurstet ist, bereits im Visier. Der Vater, der unter Mordverdacht steht, hatte den Zweijährigen offenbar rund 18 Stunden in einem Zimmer eingeschlossen und ihm nichts zu trinken gegeben.

Die Familie des zweijährigen Jungen, der am Wochenende in Essen verdurstet ist, war dem Jugendamt bereits bekannt. Eigentlich sollte am kommenden Donnerstag ein "mehrstündiger Einsatz von sozialpädagogischen Fachkräften" in der Wohnung der Eltern beginnen, um diesen "die Bedeutung eines verantwortungsvollen Handelns von Eltern für die Förderung und gesunde Entwicklung der Kinder zu verdeutlichen". Das teilte die Stadt Essen am Montag per Pressemitteilung mit. Die Eltern sollten täglich zu Hause unterstützt werden.

Der zweijährige Junge war am Samstagmorgen im Essener Stadtteil Altenessen tot gefunden worden. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass das Kind offenbar in Folge eines Hitzeschocks an Kreislaufversagen gestorben war. Zudem zeigte es deutliche Anzeichen einer stark mangelnden Flüssigkeitszufuhr.

Der 31 Jahre alte Vater, der wegen Kleinkriminalität polizeibekannt war, sitzt weiter wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft hatte er den Jungen mindestens 17 bis 18 Stunden nicht versorgt. Für das Kind sei die Zimmertür verschlossen gewesen. Zuvor hatte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet. Der Polizei zufolge wird dem Vater vorgeworfen, sein Kind verdurstet haben zu lassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft äußerte sich der Vater nicht zu den Gründen, weshalb er das Kind eingesperrt hatte. Die Mutter sei zu dieser Zeit nicht in Essen gewesen. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags durch Unterlassen.

Das Jugendamt war nach eigener Aussage aus etlichen verschiedenen Quellen auf die offenbar mit der Erziehung des Jungen überforderten Eltern hingewiesen worden. So habe es aus dem Wohnumfeld, aus einer Kindertagesstätte, von einem Kinderarzt und von einer therapeutischen Praxis Zeichen gegeben, dass die Familie "intensivere Hilfen bei der Erziehung und Förderung der Kinder" benötigt, heißt es.


Trotz der zahlreichen Hinweise, habe es laut Stadt kein Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung oder von Vernachlässigung gegeben, die eine Inobhutnahme des Jungen erfordert hätten. Die beiden ein bzw. vier Jahre alten Geschwister des Toten wurden Jahre nach einer ärztlichen Begutachtung inzwischen trotzdem in eine Bereitschaftspflegefamilie vermittelt.

Verwendete Quellen:
  • Mitteilung der Stadt Essen
  • Nachrichtenagentur dpa

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