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Protest gegen tödlichen Polizeieinsatz in Essen

"Gerechtigkeit für Adel"  

Demo nach tödlichem Polizeieinsatz in Essen

09.08.2019, 12:59 Uhr | tme, dpa

Protest gegen tödlichen Polizeieinsatz in Essen. Demonstranten mit einem Plakat mit Schriftzug "Gerechtigkeit für Adel": In Essen-Altendorf kamen rund 70 Teilnehmer, um gegen den tödlichen Polizeieinsatz vor rund acht Wochen zu demonstrieren. (Quelle: Screenshot Facebook-Seite Oury Jalloh)

Demonstranten mit einem Plakat mit Schriftzug "Gerechtigkeit für Adel": In Essen-Altendorf kamen rund 70 Teilnehmer, um gegen den tödlichen Polizeieinsatz vor rund acht Wochen zu demonstrieren. (Quelle: Screenshot Facebook-Seite Oury Jalloh)

Rund 70 Demonstranten sind am Donnerstagabend durch Essen-Altendorf gezogen, um Aufklärung im Fall des durch die Polizei getöteten Adel B. zu fordern. Wie genau es zu dem Tod des 32-Jährigen kam, ist immer noch nicht klar.

In Essen-Altendorf sind am Donnerstagabend rund 70 Menschen durch die Straßen gezogen, um Aufklärung im Fall des von der Polizei erschossenen Adel B. zu fordern. Die Veranstalter bezeichneten den Protestzug, der sich an der Ehrenzeller Straße in Essen-Altendorf traf, auf Facebook trotz der relativ geringen Teilnehmerzahl als "vollen Erfolg".

Insgesamt verlief die Demonstration "ohne Zwischenfälle", wie eine Sprecherin der Polizei Essen auf Anfrage von t-online.de bestätigte. Die Polizei habe – wie üblich – den Demonstrationszug begleitet und dort, wo es nötig gewesen sei, durch Straßensperrungen geschützt, hieß es.

Organisiert wurde die Demonstration von Freunden und Bekannten des Toten. Darunter war auch der Roma-Aktivist Kefaet Prizreni. Er stand vor der Haustür, durch die Adel B. am 18. Juni dieses Jahres erschossen wurde, und forderte per Megafon "Gerechtigkeit für Adel".

Mutter wird per Smartphone dazu geholt

Die Mutter des Getöteten, die nicht bei der Demonstration dabei sein konnte, bedankte sich per Smartphone bei den Teilnehmern. Mit brüchiger Stimme bekräftigte sie ihren Willen, das Geschehen aufklären zu wollen.

Den Demonstranten ging es aber nicht nur um Adel B. Sie wollten mit der Demo auch die "Sicherheitspolitik, durch die sich viele Anwohner unsicher fühlen", wie es in der Facebook-Veranstaltung für den Protestzug hieß, kritisieren. Sie sehen das Essener Viertel Altendorf als "Gefahrenzone verschrien" und bringen den Tod von Adel B. damit in Zusammenhang, dass Polizisten in dem Viertel angeblich "nervös" reagieren.

Der 32-Jährige war bei einem Polizeieinsatz vor rund acht Wochen getötet worden. Die genauen Umstände seines Todes sind noch unklar, die Polizei spricht von Notwehr oder Nothilfe. Es gibt jedoch Zweifel an dieser Version, weil ein Video von dem Vorfall im Internet auftauchte, das die Darstellungen der Polizei zum Teil widerlegt.


Laut Staatsanwaltschaft steht eine abschließende Bewertung des Falls noch aus. Derzeit wird geklärt, ob der Polizist den tödlichen Schuss tatsächlich in Notwehr abgab oder Nothilfe leistete – etwa für die in der Wohnung befindliche Familie, zu der Adel B. wohl flüchten wollte.

Unter anderem soll durch ein toxikologisches Gutachten geklärt werden, ob B. zum Zeitpunkt seines Todes unter Drogen gestanden hat und wie berechenbar er damals war, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Verwendete Quellen:
  • Sprecherin der Polizei Hagen
  • Facebook-Veranstaltung "Gerechtigkeit für Adel B."
  • Facebook-Seite "Oury Jalloh"
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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