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Privatinitiative: Zwölf Tonnen Kleidung für Flüchtlingslager

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Privatinitiative: Zwölf Tonnen Kleidung für Flüchtlingslager

10.01.2020, 16:11 Uhr | dpa

Privatinitiative: Zwölf Tonnen Kleidung für Flüchtlingslager. Hilfstransport nach Lesbos

Fred Botten (l-r), Thomas Siepmann und Frank Toubartz packen einen LKW mit Spenden. Foto: Caroline Seidel/dpa (Quelle: dpa)

Bei einer privaten Spendenaktion für das überfüllte Flüchtlingslager Moria auf Lesbos sind in Essen innerhalb von zwei Tagen rund zwölf Tonnen Kleidung und Schlafsäcke zusammengekommen. Eine erste Fuhre mit rund zwei Tonnen Schlafsäcken, Isomatten und Zelten haben die Initiatoren, drei Männer Anfang 50, und zwei weitere Männer bereits Anfang Januar eigenhändig mit zwei Lieferwagen in das Lager gebracht.

Die übrigen rund zehn Tonnen - vor allem Kinderkleidung - sollen nun in vier Containern folgen. Ein international tätiger Logistik-Dienstleister spendet die Container und übernimmt diesen Transport unentgeltlich. Darüber hinaus gebe es bereits rund 40 000 Euro an Spenden und Spendenzusagen, wie Mitinitiator Frank Toubartz (54) am Freitag berichtete. Die Aktion trägt den Titel "Ein Herz für Moria". Die Spenden gehen an Hilfsorganisationen vor Ort. Bei den fünf Männern, die den ersten Transport nach Lesbos unternahmen, handelt es sich um selbstständige Unternehmer und einen Manager.

In dem Lager auf der Insel Lesbos, wenige Kilometer vor der türkischen Küste, leben laut griechischer Regierung derzeit rund 19 000 Menschen bei einer Aufnahmekapazität von rund 2850. "Die Verhältnisse sind schlimm", sagte Toubartz. Es gebe keinen Strom, kein Licht und nur rationierte Mengen Wasser. "Ich verstehe nicht, wieso die EU nicht in der Lage ist, nach so langer Zeit eine ordentliche humanitäre Struktur aufzubauen."

Die Spenden wurden in einer Lagerhalle gesammelt und von Freiwilligen sortiert. Am zweiten Tag seien rund 1000 Menschen mit Spenden gekommen, berichtete Fred Bothen (50), einer der Organisatoren. Besonders berührt habe ihn eine Geldspende einer Frau aus Recklinghausen. "Sie stand hier, drückte mir 1000 Euro in die Hand und sagte: "Kauf da was für." Sie hatte das Geld in der Nachbarschaft gesammelt und im Bekanntenkreis." Das Geld sei für Planen und Medikamente verwendet worden. Eine Hilfsorganisation wolle man nicht gründen, sagte Bothen weiter. "Wir wollen uns aber weiter für das Flüchtlingscamp einsetzen."

"Es ist unglaublich beeindruckend, was da in den letzten zwei Wochen entstanden ist und möglich wurde", erklärte Essens Caritasdirektor Björn Enno Hermans in einem Facebook-Beitrag. "Das Engagement der Initiatoren und der vielen Bürgerinnen und Bürger aus Essen ist überwältigend."

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